Einigung im Abgasskandal kostet VW mindestens 15 Milliarden Dollar

Nach monatelangen Verhandlungen kommt es nun wie wir berichtet haben zu einer Einigung in den USA. VW wird rund 10 Milliarden Dollar bereit stellen um Autos nachzubessern oder zurück zu kaufen. Rund 475’000 Fahrzeuge mit dem 2.0 Tdi-Motor sind damit bereinigt, sobald der Fall abgeschlossen ist. Satte 2.7 Milliarden Dollar wird VW innert drei Jahren in einen Fonds für Umweltprojekte einzahlen, weitere 2 Milliarden Dollar werden innert zehn Jahren in Projekte zur Emissionsreduktion investiert.

Ausstehend ist eine Vereinbarung über die 3.0 Liter Dieselmotoren, dort stehen die Verhandlungen aber ebenfalls vor einem Abschluss. Wenn das Gericht den obigen Vereinbarungen zustimmt sind auch alle Sammelklagen vom Tisch, womit VW viele Millionen an Anwaltsgebühren einsparen kann.

Unklar ist aber noch, welche Bussen folgen werden. Die Behörden der USA wollen VW empfindlich büssen weil das Unternehmen 580’000 Fahrzeuge mit Schummelsoftware ausgestattet hat und die Vereinbarung wie jetzt beschlossen ist noch nicht der ganze Eisberg, wie man so schön sagt. Es kann schon sein das VW noch mehrere Milliarden Dollar als Busse kassiert.

Offen ist nun auch, was in der restlichen Welt passiert. Denn insgesamt sind es 11 Millionen Autos die VW mit Schummelsoftware ausgeliefert hat und mit denen die Umwelt massiv verpestet wurde. 8 Millionen Autos sind es in der EU, 2 Millionen in Deutschland und alleine in der Schweiz rund 280’000 Fahrzeuge. Alle diese Autos haben nicht nur ein Abgasproblem, sie sorgen dafür das VW sich nicht aus der Verantwortung stehlen kann. Das Unternehmen mag zwar aufatmen wenn der Vergleich in den USA geschlossen wurde, die restlichen 10.5 Millionen Fahrzeuge sollten aber zwingend gleich behandelt werden.

Bislang ist man von Seiten der EU und der Konsumentenschützer bei VW immer auf taube Ohren. Das Recht steht auf Seiten des Fahrzeugbauers, die Moral der Geschicht hingegen nicht. Wenn VW in den USA jedem Käufer eines Diesel-VWs 5000 Dollar zahlt und 12.7 Milliarden Dollar in Umweltschutzmassnahmen investiert ist zumindest die Moral und der Ruf beschädigt, wenn man den Kunden und Ländern in Europa und der Schweiz nicht mindestens das Gleiche offeriert. Natürlich muss VW umrüsten und die Software eliminieren, das ist bereits in Arbeit. Eine Entschädigung ist auch auch fällig, denn sonst können die Besitzer im Occasionshandel auf die Welt kommen. Schon heute werden Diesel-VW als Ladenhüter gehandelt, die Preise sind tiefer als bei anderen Marken. Das Unternehmen wird gut daran tun, feste Preise zu bestimmen, damit die Händler nicht eigene Preise machen. Denn nur mit festen Rücknahmepreisen wird VW das Vertrauen der Kunden behalten können.

Die Konsumentenschützer und auch die EU wollen eine feste Entschädigung für alle Kunden und dem Ansinnen stimme ich persönlich weniger zu. Vielleicht wäre es besser wenn VW und für die Schweiz der Importeur AMAG sich entscheiden, einige Umweltprojekte zu fördern.

VW wird in den USA je Fahrzeug rund 30’000 Dollar ausgeben um den Skandal zu beseitigen. Das ist viel Geld und eine empfindliche Summe, in der die Strafen noch nicht eingerechnet sind. Wenn VW für alle manipulierten Fahrzeuge soviel Geld ausgeben müsste wäre der Konzern pleite auch wenn sich der Betrag über die kommenden zehn Jahre verteilt. Würde VW aber je Fahrzeug 3’000.- Dollar ausgeben um die Umwelt zu schützen wäre bei 10.5 Millionen Fahrzeugen ausserhalb der USA ein Fonds von 33 Milliarden Dollar vorhanden um die Umwelt zu schützen. Damit könnte man viele Bäume pflanzen, damit könnte man viele Ladesäulen aufbauen. Entsprechend verpackt würde das Vertrauen der Konsumenten sehr gut gestärkt.

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