Fahrbericht: BMW i3 – Elektrisch gut unterwegs

Elektroautos sind die Zukunft, egal was uns die Benzin-Lobby oder auch die Wasserstoff-Experten erzählen wollen. Davon bin ich seit längerem überzeugt und obwohl ich auch gerne einen VW Golf GTI Clubsport mit 285 PS teste wie gerade einer in meiner Garage steht, noch viel lieber fahre ich einen Stromer. Deshalb freute es mich sehr als ich vor kurzem nach einer Besprechung bei BMW einen BMW i3 zum ausgiebigen Test erhielt. Darauf musste ich lange Zeit warten, die Presseabteilung von BMW in der Schweiz ist den neuen Onlinemedien nicht sehr zugetan. Das ist auch der Grund weshalb es hier bislang keine Fahrzeugtests mit BMW-Fahrzeugen gab und wohl auch lange keine mehr geben wird. Ich dränge mich nicht auf, BMW sagt jeweils man habe genügend andere Zeitungen und Medien zur Auswahl.
BMWi3006
Nun erhielt ich von der i-Abteilung einen neuen BMW i3 und das war ein fantastisches Erlebnis. Bekanntlich kann man über die Aussenform des i3 diskutieren und streiten, der gefällt nicht jedem. Zum Fahren ist das Auto aber eine Wucht, da hat BMW zweifellos einen sehr guten Job gemacht.

Die Reichweitendiskussion ist mit einer Reichweite von 200 km und Schnellladefunktionen elegant vom Tisch gefegt, da muss keiner mehr sagen, er kommt nicht speditiv von A nach B. Schnelllader gibt es in der Schweiz inzwischen schon rund 1500 Stk, noch nicht alle davon haben auch eine Ladeleistung von mehr als 22 KW. Es gibt wohl auch noch die eine oder andere FAKE-Säule, die zwar 20 Kw liefern sollte aber es nicht macht.
BMWi3010

BMWi3011
Meine Fahrten mit dem BMW i3 habe ich durchaus geheizt zurück gelegt. Mit Heizungsfunktion ist der i3 für mindestens 160 km Reichweite gut zu fahren und diese Reichweite überschreite ich im Jahr nur gerade 3 Mal, wenn ich zurück denke. Natürlich bin ich des öfteren zu mehreren Meetings unterwegs aber der i3 würde mich überall bestens hinbringen, das kann ich mir ausrechnen. Am einen oder anderen Ort hat man dann sowieso noch Wartezeit und wenn eine Ladestation in der Nähe ist, dann kann man sich ja darauf einrichten und das Auto dort noch zwischendurch laden.
BMWi3018
Aufgrund meiner Affinität zum Stromantrieb habe ich seit zweieinhalb Jahren einen Plug-in-Hybrid (Mitsubishi Outlander) und eigentlich ist es an der Zeit, diese Technik zu ersetzen. Denn der Nachteil an dem Fahrzeug ist nicht die geringe Reichweite von 45 Kilometern sondern der automatische Benzinbetrieb bei kalten Temperaturen. Ich fahre bevorzugt Kurzstrecken und da ist es mühsam, wenn man Reichweite dabei hat, aber das Fahrzeug diese nicht nutzt, weil es lieber mit Benzin fährt. Da lobe ich mir ein reines Elektroauto, da ist man besser bedient.

Der i3 von BMW ist eine Überraschung. Ich wusste natürlich das BMW gute Autos baut und weiss das BMW Technik gut versteht und im Griff hat. Deshalb habe ich einiges erwartet – aber nicht ganz soviel, wie der i3 im Angebot hat. Ja, der BMW i3 ist ein tolles Elektroauto. An die Form muss man sich gewöhnen und die hinteren Türen – die nach hinten öffnen – sind nicht nur cool sondern auch irritierend, aber an sich hat BMW alles richtig gemacht. Die im Fahrzeugboden und Kofferraum verbaute Batterie und die im Kofferraum verbaute Antriebseinheit ist derart klein, dass der BMW ein Raumwunder ist. Er hat sehr gut Platz für vier Personen und bietet einen kleinen Kofferraum im Kompaktformat, den man durchaus auch füllen kann. Legt man die Sitzlehnen um, bekommt man sogar einen riesig grossen Kofferraum, nur das Volumen blieb unbekannt. Leider hat BMW das sehr gut versteckt, wie gross der Kofferraum ist. Obwohl ich mindestens 20 Minuten lang die Webseite studiert habe, finde ich keine Angaben zum Rauminhalt.
BMWi3025
Auf den einzelnen Liter Kofferraumvolumen kommt es aber eh nicht an, viel wichtiger ist, wie sich Fahrer und Beifahrer fühlen. Da hatte ich Glück dass ich eine längere Tour unternehmen musste, um 3 Mädels aus dem Sporttag abzuholen. Drei grosse Sporttaschen und 3 16-Jährige passen also mehr als bequem in das Auto rein. Der Wohlfühl-Modus ist hoch, der Sound gediegen und die Geräuschkulisse bestens. Am Ende waren alle vier begeistert, der Durchzug auch zu viert und das Kurvenverhalten haben sich sehen lassen.

Überhaupt hat der BMW ein gutmütiges Fahrverhalten. Die Beschleunigung mit 170 PS ist sehr gut, auch wenn jetzt ein Ludicrous-Modus komplett fehlt und die Beschleunigung für einen rein elektronisch fahrenden Wagen eher zu harmonisch wirkt. BMW will da aber nicht den Ampelstart puschen wie das andere machen und geht deshalb vernünftig an den Start. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 150 km/h abgeriegelt, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 7.3 Sekunden. Das ist anständig schnell für 170 PS und die Leistung und lineare Beschleunigung ist in Ordnung.
BMWi3022
Obwohl der BMW ja schon fast vier Jahre auf dem Markt ist, hat er immer noch den Nimbus des Neuen. Er ist gegenüber den Mitbewerbern deutlich als elektrische Variante eines Fahrzeuges zu erkennen und das ist nicht nur die Aussenform und das Design sondern auch die Materialwahl. Die Struktur des i3 besteht aus leichtem Karbonfaserverbund, das Chassis ist komplett aus Aluminium, die Karosserie aus Kunststoff. Das Konzept beeindruckt deshalb auch von der Materialwahl, nicht nur weil man im Innern dann Ökomaterial eingesetzt hat.

Das Cockpit ist mehr als gelungen, da haben sich die Designer durchaus eine Auszeichnung verdient. Das kleine Display beim Lenkrad dient der Fahrinformation, das mittlere Display trägt den Sound und das Navi. Interessant ist der Fussraum im i3 denn dort fehlt der Mitteltunnel. Das ist im ersten Moment ungewohnt aber es ist auch eine Möglichkeit, Taschen zu verstauen. Sehr angenehm ist die höhere Sitzposition und der damit verbunden leichtere Ein-und Ausstieg, so stelle ich mir Zweckmässigkeit vor, da dürfen sich durchaus noch einige Autobauer eine Scheibe abschneiden.
BMWi3046
Beim Fahrspass ist der i3 von BMW ein Hit. Besonders die Kombination aus Ruhe und spontanem Antritt fasziniert mich, denn ohne grossen Radau beschleunigt der i3 nach vorne. Damit ist der BMW das ideale und moderne Auto für die Stadt und ist weitgehend emissionsfrei, wenn man auch beim Stromeinkauf entsprechend nachdenkt. Der i3 ist gut durchdacht und einfach zu bedienen, sein Wendekreis phänomenal klein, was man besonders in Parkhäusern spürt. Das Konzept der gegenläufig öffnenden Türen ist auf engen Parklücken schnell zum Wundern, denn wenn man keinen Platz hat, kann man gar nicht beide Türen öffnen und zwischen den Türen aussteigen.

Die Fahreindrücke sind sehr positiv, der BMW hat sich weit besser verhalten als von mir erwartet wurde. Der Antrieb über die schmalen Hinterräder ist spürbar ausgewogen und das Kurvenverhalten extrem entspannt. Obwohl mit schmalen Reifen ausgestattet hat der BMW auch bei schnellen Lastwechsel und hohen Geschwindigkeiten keine Unsicherheiten gezeigt, das Kurvenverhalten ist ausgewogen und neutral. Auch das Bremsen auf nassen Strassen und Kies ist das Ergebnis perfekter Technik, die Bremswege sind BMW-typisch kurz.
BMWi3050
Das Thema Strom als Antrieb ist natürlich eine Kritik, die man vor allem von jenen uninformierten Kreisen immer wieder hört, die elektrische Autos schnell abtun. Jeder Stromanbieter bietet heute verschiedene Strompreise an und legt diesen dann auch die entsprechenden Qualitäten zu Grunde. Wer Kohle- und Atomstrom bezieht und die günstigste Variante für den Geldbeutel wählt, fährt deshalb nicht grün und nachhaltig sondern umweltschädigend. Wer hingegen Ökostrom einkauft und zu Hause den BMW an eine entsprechende Leitung anschliesst, kann enorm an CO2 einsparen und vor allem das Gewissen beruhigen. Zwar kostet dann der Kilometer etwas mehr Geld, das ist aber unbedeutend im Vergleich zum Benzinverbrauch.

BMW bietet für den i3 auch einen RangeExtender an, mit diesem kann die Unabhängigkeit von der Steckdose beeinflusst werden. Der optionale Range Extender befindet sich neben dem Elektromotor im Heck des BMW i3 und kann die Reichweite des BMW i3 im COMFORT Modus von bis zu 200 km auf bis zu 330 km vergrössern. Der kleine und leise 2-Zylinder-Benzinmotor treibt einen Generator an, der den Ladezustand der Hochvolt-Batterie konstant hält, sodass der BMW i3 weiterhin rein elektrisch fahren kann. Der Reichweitenverlängerer schaltet sich bei niedrigem Ladezustand der Batterie automatisch ein.
BMWi3038
Wer sich bei BMW für den i3 interessiert und das tu ich inzwischen wirklich, der kann derzeit von einer Rückgabefrist von 6 Monaten profitieren. BMW schreibt: Testen Sie den neuen BMW i3 für ein halbes Jahr auf Herz und Nieren und fordern Sie dabei die Strassen ihrer Stadt heraus – bei der längsten Probefahrt der Welt. Profitieren sie vom BMW i3 Experience Lease ab CHF 399.– pro Monat und entdecken Sie, wie gut er in den Alltag passt. Wenn man den BMW dann doch nicht will, kann man das Fahrzeug kostenfrei zurück geben. Der Startpreis für den kleineren BMW i3 mit 160 Kilometer maximaler Reichweite nach NEFZ – was rund 90 Kilometer wahre Reichweite bedeutet – gibt BMW mit 36’900.- Franken an.
BMWi3040
Schlussendlich gibt es bei BMW in der Schweiz wichtige Pakete zum Auto hinzu, das eine ist der Gratis-Service bis 100.000 km oder 10 Jahre, es gilt was zuerst erreicht wird. Und es gibt eine Garantie bis 100.000 km oder 3 Jahre, wobei alle durch sachgemässen Betrieb des Fahrzeugs verursachten Verschleissreparaturen, inklusive Original BMW i Teile abgedeckt sind. Inbegriffen sind auch maximal sechs Räderwechsel (zwei pro Jahr).

http://www.bmw.ch


Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*