Fahrbericht: Der neue Golf R mit extra Sportlichkeit

VW lädt derzeit Journalisten aus der ganzen Welt nach Mallorca ein, um dort den neuen Golf 7 (update) zu präsentieren. Im Februar waren der GTI, der 1.5 TSI und der GTD vor Ort, jetzt sind der GTE, der E-Golf und neben dem GTI Perfomrance der neue Golf R da, um erste und auch tiefgehende Eindrücke zu vermitteln.
Während der E-Golf und der Golf GTE vor allem für Fahrten vom Flughafen zum Hotel und zum Race-Gelände dienen, sind der Golf GTI Performance und der Golf R/Golf R Variant auf dem Race Track von Mallorca bereit gestellt. Auf dem Circuit Malllorca können die Journalisten einige schnelle Runden mit dem Golf R drehen.
Der GTI Performance kann dann während der Wartezeiten ins Hinterland gefahren werden, der Golf R und der Golf R Variant stehen auf dem Renngelände bereit und sind für Renneinsätze vorbereitet.

Mit dem Golf R kann man schnelle Runden mit Semi-Slicks und im Renntrimm hinlegen, womit der Golf seinen Schafspelz endgültig entsorgt. Dazu darf ich festhalten, dass ich schon einige Male auf Einladung von Alfa Romeo und Fiat in Italien auf den Rennstrecken war, dort lernte ich das schnelle Fahren und auch das Driften im Rennmodus. Meistens waren dabei die Instruktoren auf dem Beifahrersitz und informierten direkt im Auto was man gut und was weniger gut gemacht hat.
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Bei VW fuhr der Experte im gleichen Fahrzeug voraus und hatte drei „Verfolger“, denen er sich mit Berücksichtigung der Verhältnisse angepasst hat. Fuhren alle korrekt hinterher, wurde das Tempo immer mehr erhöht. Wenn die Journalisten aufgefahren sind, hat er das Tempo verlangsamt, wenn die Abstände zu klein wurden, gar abgebremst. Fuhr man korrekt, optimierte der Experte die Fahrt beim 1. Hintermann und gab Tipps zu dessen Fahrt in Sachen Bremsen, Einlenken sowie dem Öffnen der Lenkung nach der Kurve.
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Das ist an sich ganz schön spannend, vor allem wenn man mutig sein muss und wenig Erfahrung hat. Wenn man aber schon Erfahrung hat und gerne schneller fahren würde, kann das auch ätzend sein. Am Ende konnte ich es denn auch nicht lassen, den Experten von VW direkt mit der Frage anzugehen, wie viel mehr der VW Golf R bei einem Rennprofi drauf haben könnte, wenn kein Führungsfahrzeug dabei ist. Die Aussage von 20 % beeindruckte mich sehr, denn ich hatte das Gefühl man habe sich schon in Richtung Grenzbereich bewegt.

Ausgestattet mit SemiSlicks ist der GOLF R im Modus „Race“ für sehr schnelle Runden gut, die Reifen haften extrem gut auf der Bahn. Das Beschleunigungsverhalten ist auch im Race-Modus sehr stabil und obwohl die Beschleunigung sich eindrucksvoll schnell anfühlt, das ESP ist immer an Bord. Solange die Gefahr eines Rutschens besteht, riegelt das ESP sehr viel Power zurück, das merkt man dann beim Herausbeschleunigen aus der Kurve. Da kommen keine 310 PS zur Anwendung, das ESP nimmt sehr viel Kraft zurück. Der Golf R liegt damit aber sehr stabil in der Bahn und kann extrem gut und auch sicher gefahren werden. Solange man keinen ganz groben Fehler macht, sollte man auch in der Bahn bleiben.
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Für VW ist das auch sehr wichtig, wie beim Briefing betont wurde. Denn insgesamt hat man 5 Golf R auf dem Testgelände im Einsatz, jeweils vier davon fahren und einer ist als Reserve im Hintergrund. Mit diesen 5 Fahrzeugen muss man drei Wochen lang die Journalisten beschäftigen, deshalb ist es wichtig, das da nichts passiert. Würden zwei Fahrzeuge ineinander fahren, hätte man nur mehr drei Golf R vor Ort, das wäre dann ein kleines Desaster. Alle tausend Kilometer bekommen die Golf R in Mallorca neue Semi-Slicks, die müssen den ganzen Tag auch sehr viel leisten.

Die Kraftentfaltung des Golf R im Rennmodus ist sehr ansprechend, das DSG knallt die Gänge jeweils sehr schnell und speditiv rein. Deshalb schafft der R-Golf die 100 km/h in 4.6 Sekunden, das ist ein eindrücklicher Wert. Wichtigster Bestandteil der Beschleunigung ist der Allradantrieb und gerade auf der Rennstrecke macht der sehr viel Freude. Der Antrieb ist auf Untersteuern ausgelegt, deshalb kann man den Golf sehr stark in die Kurven legen und dann direkt mit dem Öffnen der Lenkung aus der Kurve herausfahren. Wenn man das nach einigen Kurven drauf hat, kommt man sehr gut ins Fahren hinein und ist überrascht, was Auto und Reifen aushalten. Das Limit scheint manchmal nicht weit weg, aber ins Rutschen kommt der Golf R noch lange nicht und würde wohl noch einiges mehr aushalten als man ihm auf dem Racing-Kurs in Mallorca zutraut.
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Überragend sind das Fahrwerk und die Bremsen. Zwar haben die Instruktoren nach drei schnellen Runden langsame Fahrten dazwischengehängt um die Kühlung zu intensivieren, man hat den Bremsen aber nichts angemerkt und von der ersten bis zur letzten Kurve volle Bremsleistung erzielen können. Auch beim Thema schnelle Lastwechsel hat der Renner im Golfkleid sehr eindrucksvoll bewiesen, wie speditiv er auf schnelle Kurven steht. Egal ob es schnell nach links geht oder schnell nach rechts, der Golf macht alles mit.

Auf dem engen Race-Circuit von Mallorca kommt der Golf R nicht ganz auf Touren, da hat es kaum eine lange Gerade die der Rede wert wäre. Der Kurs weist sehr viele Kurven aus und ist eher zu eng gebaut, dadurch ist die Strecke nicht sehr flüssig zu fahren. Es ist aber eine spannende Strecke mit vielen Herausforderungen, deshalb hat die Fahrt im R-Golf auch viel Freude gemacht. Die Sitzposition im Golf R ist klassisch korrekt auf entspannende oder auch sportliche Fahrten einstellbar, die Sitze haben einen hervorragenden Seitenhalt. Dabei kann man ganz entspannt auch längere Zeit im Auto verbringen, der R ist nicht einfach nur sportlich und hart, sondern hat auch seine bequemen Seiten.
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Für mich ist das ein gelungenes Sportauto, das war schon mit dem Vorgänger so. Nun hat der Golf R zugelegt, die Race-Eigenschaften sind intensiver ausgeführt worden und der Golf R ist Racing pur! Kurvenlage und Renneigenschaften haben mich und viele andere Journalisten schwer beeindruckt, der Golf R war die Reise nach Mallorca wert. Abgerundet wurde die Reise von wunderschönem Wetter und toller Stimmung, da gibt es keine Klagen.

Der Golf R ist ab 48’900.- CHF erhältlich, der Renner ist der stärkste Serien-Golf aller Zeiten und bringt mit 310 PS satte 400 Nm mit seinem Allradantrieb auf den Asphalt. Antrieb, Fahrwerk und Bremsen wurden betont sportlich ausgelegt und neu gibt es den Golf R auch mit einer Sound-optimierten Auspuffanlage, deren Ton ist betont sportlicher.
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Der Fahrbericht zum Golf GTI Performace ist bereits Online:
http://www.autonews.ch/?p=15418
Der Fahrbericht zum e-Golf und zum Golf GTE folgen noch.

Die Fotos vom Race-Circuit Mallorca mit dem Golf R:
https://plus.google.com/photos/108678166096574454776/albums/6404678590523906913


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