Fahrbericht: Der neue E-Golf mit 300 Kilometer Reichweite

Volkswagen hat den Golf 7 einer Erneuerung unterzogen und dabei vor allem die Digitalisierung vorangetrieben. Ein wichtiger Part in diesem Prozess fällt dem e-Golf zu, der wurde ebenfalls überarbeitet und erneuert, aber vor allem mit mehr Reichweite ausgestattet. Neu hat der e-Golf eine NEFZ-Reichweite von 300 Kilometer, das ist eine eindrückliche Streckenausdehnung.
300 Kilometer Reichweite bedeuten, dass viele nur mehr jeden dritten Tag an die Steckdose müssen oder man eine ganze Woche lang fährt und nur am Samstag lädt.

VWGolf7II2_032Letzte Woche hat VW in Mallorca den neuen E-Golf präsentiert und die Journalisten durften dann die Ferieninsel mit dem Fahrzeug unsicher machen. Dazu hat VW einige Strecken vorbereitet, auf denen die Journalisten die Insel abfahren durften. Da in Mallorca der Verkehr eher entspannt verläuft, konnte man sich trotz fremder Region auf das Fahrzeug konzentrieren.

Im Alltagsverkehr schwimmt das Auto bestens im Verkehr mit, da gibt es kein hinterher-fahren oder hinterher-zockeln, wie man das den E-Autos gerne zuschreibt. Selbst wenn man den Golf im ECO+-modus fährt, in dem der Verbrauch extra auf sparsam gestellt wird und gar die Heizung und Klimaanlage auf tiefer Stufe wirkt, selbst dann hat das Auto Kraft um zu überholen und braucht nicht kilometerlangen Anlauf.

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Neu ist der E-Golf mit 136 elektrischen PS motorisiert. Die Beschleunigung ist linear und kräftig. Im Gegensatz zum früheren E-Golf ist die Beschleunigung etwas zurück genommen worden, VW setzt jetzt nicht auf schnelle Beschleunigung sondern auf mehr Reichweite. Einen Beschleunigungskick gibt es dadurch nicht, der ist aber auch nicht nötig.

Insgesamt ist der E-Golf eine Wohltat und der Reichweitenzuwachs von 200 auf 300 Kilometer bringt eine grosse Entspannung. Nun muss man nicht immer zwingend die nächste Steckdose im Auge behalten, man kann ganz entspannt durchs Land fahren. Hinzu kommt, dass die Ingenieure dem Auto nun das Mitdenken beigebracht haben. Der E-Golf denkt voraus und weiss, wenn man auf eine Kreuzung zufährt. Das Auto versucht dann, das Bremsgewicht in Energie umzusetzen. Der E-Golf holt sich so zusätzliche Reichweite und spart damit viel Energie.

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Gerade in Mallorca ist das Auto ein angenehmer Partner gewesen, denn die hügelige Landschaft und die vielen Kreisel auf der Strecke haben das Auto nur leicht gefordert. Zudem fahren die wenigsten Autofahrer auf der Insel übermotorisierte Autos, so kann der e-Golf bestens mitschwimmen. Der Golf kann auch durchaus schnell fahren, er ist durch den tiefen Schwerpunkt der Batterie prädestiniert, sportlich bewegt zu werden. Wenn die Reichweite keine Rolle spielt ist der E-Golf auch für ein Rennen gut, er braucht dann eben etwas mehr „Pfus“. Die Strassenlage ist aber in Ordnung, der E-Golf schafft auch schnelle Kurven und schnelle Lastwechsel.

Natürlich sind 300 km Reichweite immer noch nicht viel, vergleicht man das mit einem 50 Liter Benzintank der einen kleinen Benziner 800 km weit bringt. Die Autofahrer tanken aber auch nicht jeden Morgen ihr Auto voll, nur weil man nach Zürich fahren muss. Man darf ab 300 km die Diskussion über die fehlende Reichweite im Elektroauto beenden, man kommt doch locker von A nach B. Da das Netz von Ladestationen immer dichter wird, ist fast überall eine Ladestation zu finden.

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Da ich gerne wissen würde, ob ich den Golf auch 300 km weit bringe, werde ich bei VW eine Reichweiten-Fahrt anmelden. Ich möchte herausfinden wo die Schmerzgrenze ist und ob ich 299 km weit komme.

Technisch ist der e-Golf mit allem ausgestattet was der Kunde sich nur wünschen mag. Die Heizung funktioniert nun mit einer Wärmepumpe, es braucht viel weniger Energie das Auto zu heizen. Vor allem in den Bergen ist das noch wichtig, denn wenn die Strecke im Sommer gereicht hat, reicht sie nun auch im Winter.

Ein neues Feature im neuen Golf ist unter anderem die Parking-App. Das Auto weiss nun wo es steht und wenn der Fahrer nicht mehr hin findet, die APP von VW hilft beim Finden.

Der Preis des E-Golf startet bei 39’700.- Franken, das ist ein sehr guter Preis für 300 km Reichweite. Zumal alles dabei ist, was der Kunde benötigt. Die Ausstattung ist vollständig und neu ist der Preis auch vergleichbar mit dem Golf Diesel mit 150 PS. Das heisst ein Diesel-Golf kostet nun bis auf 10 Franken genau gleich viel wie ein E-Golf, VW hat die Preise angenähert.

Preisvergleich Diesel Golf versus e-Golf:

 

Modell Golf e-Golf
Motor 2.0 TDI Elektromotor
Leistung 150PS/110kW 136PS/100kW
Getriebe 7-Gang-DSG 1-Gang
Ausstattungslinie Comfortline e-Golf
     
Listenpreis* 35600 39700
Aufpreis e-Golf   4100
     
Bereinigungsumfänge    
Fleetline Paket 2390
– 4 Türen S
– Navigation „Discover Media“ S
– Klimaanlage „Climatronic“ S
– ParkPilot 710
– Winterpaket 510
Navigationssystem „Discover Pro“ 890 S
LED-Scheinwerfer 1870 S
Frontscheibe drahtbeheizt 160 S
Bereinigungswert total 5310 1220
     
Ausstattungsbereinigt Total 40910.- 40920.-
Bereinigter Aufpreis e-Golf   10.-

 
Die Bilder vom E-Golf in Mallorca: https://plus.google.com/photos/108678166096574454776/albums/6405272601298137313


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