Skandal beim ADAC: Gelber Engel ist ein Fake

Der deutsche Autoclub ADAC räumt Manipulationen beim Preis „Gelber Engel“ ein und hat aufgrund der Aufdeckung den Chefredaktor entlassen, der für die Manipulationen verantwortlich ist.

Der ADAC hat auf Druck anderer Zeitungen bekannt gegeben, dass es Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ gab, ausgerechnet bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen. Die Zahl der abgegebenen Stimmen sei in dieser Kategorie „geschönt worden“, musste der Autoclub gestern Sonntag bekennen. Michael Ramstetter, ADAC-Kommunikationschef und Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ hat gestanden, er übernahm auch die Verantwortung für die Misere und trat zurück.

Zur Dimension der Zahlenmanipulation macht der ADAC – mit rund 19 Millionen Mitgliedern grösster Autoclub in Europa und grösster Verein in Deutschland – weiter keine Angaben.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte letzte Woche berichtet, dass bei der Wahl der beliebtesten Autos in Deutschland massiv weniger Stimmen abgegeben wurden als angegeben. Nach dem Artikel in der Zeitung sollen nur 3409 Stimmen für das Siegerauto VW Golf abgegeben worden sein, der ADAC hatte als offizielles Ergebnis 34 299 Stimmen genannt. Das zehnfache des Ergebnisses wirft ein schlechtes Licht auf den Club, der bislang als unabhängig gegolten hat.

Der Skandal ist entsprechend gross und gleich mehrere Politiker, Autofirmen und auch Fachleute der Medien wollen eine unabhängige Aufklärung sehen. Der bekannte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen fordert sogar, dass auch die Pannen- und Tunnelstatistik untersucht wird, mit der man beim ADAC jahrelang Schlagzeilen machte.

ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair hatte letzte Woche bei der offiziellen Feier zur Auszeichnung des VW Golf mit dem „Gelben Engel“ vor Gästen noch von „Unterstellungen und Unwahrheiten“ gesprochen. Kurz darauf musste man aber massiv zurück krebsen und die volle Schuld zugeben, will aber nicht sagen, wo die Zahlen wirklich liegen.

Im Jahr 2015 soll es für die Abstimmung zum Lieblingsauto ein notariell überwachtes Verfahren geben, damit will man dann alle Zweifel ausräumen.


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