Fahrbericht: Kyburz eRod 19 – gigantische Kräfte in freier Natur

Vor einigen Wochen durfte ich bei Kyburz den eRod 1 testen, ein urchiges Gefährt mit Elektroantrieb, mit dem man sehr viel Freude haben kann. Das Fahrerlebnis war gigantisch, das Fahrkonzept im Detail noch nicht ganz zu Ende gedacht. Bei hohen Geschwindigkeiten fühlte ich mich unwohl, auch weil der Wind dann das Auto leichter machte und hohe Kurvengeschwindigkeiten damit eher ein Unding sind.
KyburzERod1_025
Kurz darauf hat mir Peer Haupt, sei einigen Tagen Frischling im Vertrieb von Kyburz, den eRod 19 überlassen. Mit dem eRod 19 erhielt ich eine Weiterentwicklung in 19 Stufen. Das Auto hat ein deutlich gereifteres Fahrwerk und eine deutlich agilere Präsenz erhalten. Vom eRod 1 bis zum eRod 19 sind es ganze Welten, die dazwischen liegen. Das Konzept ist genau das Gleiche, die Masse der Bodengruppe und auch die Fertigung sind fast identisch, doch durch ein deutlich moderneres Fahrwerk und eine optimalere Gewichtsverteilung ist der eRod 19 nun aber um Klassen besser. Zwar merkt man bei hohen Geschwindigkeiten das der Wagen immer noch nicht im Windkanal war, das konnte man mit verschiedenen Massnahmen aber nun besser auffangen.
erod19_001
Damit ist der eRod ein noch agileres Gefährt geworden und man kann sich vorstellen, einen zu kaufen. Der reine Fahr-Spass wird im eRod zum coolen Erlebnis und wer es noch nicht getestet hat, sollte das unbedingt tun. Den Wagen bringt man nicht von der Strasse, da kann man noch so schnell in die Kurve gehen. Aus Vernunftsgründen muss man natürlich innerorts auf Randsteine und Grasnarben am Rand der Strasse extrem gut achten, sonst könnte es dann sein, dass der Abflug passiert. Aber wer vernünftig fährt, bekommt mit dem eRod einen Flitzer der Extraklasse.
erod19_011
Haben kann man den eRod als Bausatz oder fertig zusammen gebaut und wer sich auf den Bausatz stürzt, weiss dann am Ende, was er zusammen gebaut hat. Der Zusammenbau dauert etwa 2.5 bis 3 Tage und sollte bei Kyburz in Freienstein stattfinden, denn dort wird einem geholfen wenn man nicht mehr weiter weiss. Es gibt zudem kritische Komponenten wie die Verkabelung, die sollte man die Techniker von Kyburz machen lassen, damit nicht am falschen Ort ein Kabel durchgebrochen wird.
erod19_016

Das Auto ist cool, keine Frage. Mit der Ausbaustufe 19 ist er gar noch cooler und die Kraftentfaltung ist dynamischer geworden. Nach wie vor ist der eRod nicht die Luxus-Sänfte in der man weder spürt noch hört, das genaue Gegenteil wird hier geboten. Durch das Freiluft-Konzept wird alles rund herum ungefiltert und mit ‚voller‘ Wucht auf den Fahrer und den Beifahrer gefrachtet, das betrifft frischen Kuhdung auf der Strasse und auch Sand und kleinere Steinchen, die man dann auf dem Gesicht spüren muss, wenn man etwas zu schnell durch die Kurve geht. Urchiger als so kann man nur noch mit wenigen Fahrzeugen durchs Land fahren.
erod19_011
eRod-Fahrer und -Fahrerinnen sind sich dessen bewusst und blicken deshalb sehr oft gegen den Himmel. Fängt es an zu regnen macht man sich automatisch Gedanken ob man weiterfahren will und somit Regen und Gischt ausgesetzt ist oder ob man auf ein trockenes Wetter warten kann. Kyburz bietet zudem für Warmduscher inzwischen auch ein Chassis, das mit Dach und einfachen Flügeltüren erhältlich ist. Damit ist man dann nicht so dem Sturm und Wasser ausgesetzt, wie im eRod ohne Dach und Haube.

eRods sind sehr einfach zu fahren. Einfach Zündung ein, Kippschalter für die Fahrtrichtung umlegen und Gas geben. Und schon rollt das Auto los. Wer dann Platz hat geht in die Vollen und in weniger als 4 Sekunden hat man die 100 km/h überschritten. Gangschaltung kennt man nicht, braucht man nicht und mehr als 100 Stundenkilometer fährt man äusserst selten, deshalb ist das Funcar Freude pur.
erod19_003
Die Schalensitze sind sehr bequem, da kann man ganz entspannt fahren, solange man nicht auf Schnellstrassen und Autobahnen geht. Die Vierpunkt-Gurte und die Schalensitze geben einen guten Halt und man kann ganz gut durch die Kurven preschen. Mit der Zeit wird man sich dessen aber bewusst, dass die Stossdämpfer Sportlichkeit lieben und damit der Komfort zu Hause geblieben ist. Gute ist die Reichweite beschränkt und wenn man schneller fährt, braucht man sich nicht lange gedulden bis man wieder nachladen muss. In der Regel kann der eRod etwa 120 bis 150 km weit fahren, danach braucht er wieder Strom. Der Fahrer kann sich während des Nachladens dann auch bestens entspannen und überlegen, welche Kurven er bei der Weiterfahrt nehmen will.
erod19_006
Weil das Auto derart lustig und auffällig ist, wird man dann beim Nachtanken gerne angesprochen: das elektrische Auto finden die Leute dann ebenso cool wie das urchige. Beides zusammen macht den eRod aus und wenn der einen Verbrenner-Antrieb hätte, in meinen Augen wäre er nicht mehr so cool.

Kyburz baut den eRod nur auf Bestellung, deshalb lohnt es sich, das Unternehmen näher anzusehen. Neu organisisert Kyburz Vorführ- und Renneinsätze auf einer Rennpiste im grenznahen Ausland. Auf der Rennpiste in Steisslingen am Bodensee kann man an Testtagen die eRods richtiggehend austesten.
erod19_005
Antrieb: E-Motor, 45 kW/61 PS
Getriebe: 1-Gang-Automat, Heckantrieb
Fahrleistungen: 0-80 km/h 5,7 s, Spitze 120 km/h,
Reichweite: 100-130 km
Gewicht: 600 kg
Preis: Bausatz ab 27‘000.- CHF, Komplettfahrzeug ab 36’000 CHF

https://kyburz-switzerland.ch/de/erod


Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*