Fahrbericht: Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel

Früher war Alfa Romeo einmal meine Lieblingsautomarke, der Alfa 75 3.0 V6, der 156er und der Brera waren meine absoluten Lieblingsautos die ich nur ungern wieder hergab. Schlussendlich siegte nach dem 159er aber die Vernunft, ich beendete die Alfa Romeo Historie weil die Italiener keine Angebote mehr hatten, die meine damaligen Wünsche abdeckten.
Inzwischen hat Alfa Romeo die Giulia und den Alfa Romeo Stelvio vorgestellt, ein vollkommenes Revival und ein lange versprochener Neustart. Leider wurde der versprochene Neustart nicht ganz erfüllt, wobei das nicht an den beiden Modellreihen Giulia und Stelvio liegt. Das zwischenzeitlich ausgedünnte Händlernetz und auch die viele Geduld, welche die Kunden aufwenden mussten haben das Geschäft stark beeinträchtigt.
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Für mich standen die Giulia und der Stelvio weit oben auf der Test-Wunschliste, damit ich meine Alfa Romeo-Kenntnisse vertiefen kann.

Die Giulia hat mich vor allem mit dem Heckantrieb begeistert, der Stelvio haut mich nicht vom Hocker. Die Form und das Design sind absolut hochwertig und vom Feinsten, da gibt es keine Diskussion. Beide Autos gehören zu den schönsten Fahrzeugen der Welt, was auch viele Auszeichnungen beweisen. Beim Stelvio hat es die Designabteilung von Alfa Romeo sogar geschafft, dem SUV-Konzept viel Sportlichkeit anzusetzen. So wirkt der Stelvio deutlich agiler als viele andere SUVs. Das muss er auch, denn Alfa Romeo als sportliche Marke hat da auch ein Statement zu leisten.
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Das Unternehmen hat den Stelvio auch als Kombi der Giulia im Programm und so sind alle Kombi-Fans interessiert am Stelvio, denn die Plattform und die Grösse an sich sind identisch. Wer den Stelvio nur kauft um einen Kombi zu haben wird aber etwas enttäuscht sein, die Fahreigenschaften des SUVs sind nicht mit der Limousine vergleichbar.
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Von der Giulia stammt die Plattform samt Allradantrieb und die Motoren sind in beiden Modellen gleich. Die Motoren sind über eine Kohlefaser-Kardanwelle mit den Hinterrädern gekoppelt, über eine Lamellenkupplung wird der Antrieb vorne hinzugeschaltet, wenn hinten Schlupf entsteht. Beim Allrad-Antrieb betont Alfa Romeo, dass dieser für Asphaltstrassen gemacht wurde und nicht für den Berghang. Selbst an den Schnee hat Alfa Romeo nur bedingt gedacht bei der Entwicklung des Allrads, der SUV ist per se nicht unbedingt ein Jeep-Ersatz.
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Das Fahren mit dem Stelvio Diesel 2.2 hat mir gezeigt, dass der Stelvio ein toll gestylter SUV mit vielen praktischen Fähigkeiten ist. Der Antrieb ist okay mit 210 PS, das Turboloch aber ausgeprägt und selbst im Dynamik-Modus vorhanden. Da dauert es, bis der Gasbefehl umgesetzt wird und das wird im Alltag nicht immer Freude machen. Die Leistungswerte an sich sind grundsätzlich gut und die Beschleunigung linear, aber erst wenn das Turboloch bewältigt ist.

Fazit:
Der Stelvio ist ein Schönling und SUV, wie man das heute im Programm haben muss, ein Alfa Romeo ist er nicht. Die Kurvenkräfte mag er so gar nicht auffangen, da kommt er schnell ins Rutschen. Natürlich nur leicht, schon kommt das ESP zum Tragenn der Technik und Sicherheit ist er damit durchaus okay. Der Stelvio ist aber definitiv kein Auto für den Grenzbereich, eher ein Auto für den Einkauf in der Stadt.


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