Amag widerspricht der SKS – Kein Grund zur Klage

Die AMAG hat die «Sammel»-Klage der SKS mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. Die von der SKS behaupteten Ansprüche der Kunden gegen die AMAG würden eine widerrechtliche Täuschung voraussetzen, welche mit Nachdruck zurückgewiesen wird. Auch ein Schadenersatzanspruch ist nur gegeben, sofern und soweit tatsächlich ein finanzieller Schaden entstanden ist. Ein solcher Schaden ist ebenso nicht ersichtlich. Insbesondere ist die Behauptung der SKS, die Kunden hätten zu viel bezahlt oder erzielten auf dem Occasionsmarkt «viel weniger Erlös», für die AMAG in keiner Weise nachvollziehbar und überdies von der SKS nicht belegt.

Es erstaunt die AMAG, dass eine Konsumentenschutzorganisation sich auf derartige Aussagen einlässt, ohne Tatsachen ins Feld zu führen. Die AMAG behauptet nun, die SKS versucht, ihre Bekanntheit und Medienwirkung zu eigenen Zwecken zu missbrauchen und entfernt sich von den eigenen Zielen.

Branchenprofis wie Eurotax oder Auto-i-dat haben in ihren monatlichen Studien, basierend auf tausenden von realen Marktinformationen, keine signifikanten Preisveränderungen für Dieselfahrzeuge der Volkswagen AG im Vergleich zu den Wettbewerbern festgestellt. Auch im Vergleich zu Benzinfahrzeugen ergibt sich maximal eine Differenz von 2 bis 3%, so dass die Behauptung von 15% Preiszerfall für die AMAG völlig aus der Luft gegriffen scheint.

Die aktuellen Occasionspreise der Volkswagen-Marken liegen aktuell im oder sogar leicht über dem Marktumfeld. Es konnte beobachtet werden, dass in den letzten Wochen die Diesel-Occasions-Preise der durch die AMAG importierten Marken tendenziell über dem Durchschnitt lagen.

Die AMAG hatte von der Dieselthematik bis zum 21. September 2015, als diese in den Medien publik wurde, keine Kenntnis. Unmittelbar nachdem sie Kenntnisse davon hatte, hat sie einen Verkaufsstopp für die möglicherweise betroffenen Neufahrzeuge verhängt und folgte damit den Auflagen der Behörden, die eine Zulassung von Fahrzeugen mit EA 189-Motoren stoppten.

Bereits die Bundesanwaltschaft (BA) hat bei ihren Abklärungen festgestellt, dass es keinen Anfangsverdacht gegen die AMAG gibt, schreibt die AMAG, denn die Bundesanwaltschaft hat keine Täter ausgemacht die in der Schweiz betrogen haben. Dies aufgrund der Unkenntnis der AMAG, dass Volkswagen in den Fahrzeugen Betrugssoftware eingebaut hat.

Die AMAG ist ein Schweizer Unternehmen, rechtlich unabhängig von der Volkswagen AG und hat mit dieser einzig einen Vertrag über den Import und den Vertrieb von Produkten der Marken Volkswagen, Audi, SEAT, SKODA und VW Nutzfahrzeuge für die Märkte Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Die AMAG ist daher ein Kunde der Volkswagen AG, resp. deren Marken und damit stellt sich die AMAG auch auf den Standpunkt, dass man keine Haftung für die Abgassoftware übernehmen muss.

Aktuell sind in der Schweiz über 98% der VW-Modelle und 95,5% über alle Marken mit dem EA189 Dieselmotor mit dem Softwareupdate ausgestattet. Rund zwei Jahre nach Bekanntwerden der Dieselthematik kann die AMAG den Rückruf grundsätzlich als weitgehend bewältigt betrachten. Für alle betroffenen Modellvarianten gibt es ein Softwareupdate und die AMAG hat alle Kunden zu einem kurzen Werkstattbesuch eingeladen. Die Reaktionen aus dem Handel sowie von Kundenseite sind durchweg positiv. Bisherige Rückmeldungen zeigen, dass die Softwareupdates grundsätzlich reibungslos verlaufen. Und die Kunden, die die Massnahme bereits durchgeführt haben, sind mit der technischen Lösung zufrieden und haben keine nachgelagerten Beanstandungen.

Kommentar Didi Klement:
Die AMAG stellt sich auf den Standpunkt, dass den Haltern von Fahrzeugen des Volkswagen-Konzernes kein Schaden entstanden ist. Der Preiszerfall im Occasionsmarkt findet auch nicht statt, solange man bei AMAG ein neues Fahrzeug kauft und die AMAG die Preise steuern kann. Wenn man zu Fremdmarken wechselt oder gar das Fahrzeug verkaufen will ohne einen Neuwagen zu erstehen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Deshalb gibt es auch diese Klage der SKS und das Gericht wird festzustellen haben, ob der Markt funktioniert und die Preise stabil bleiben.

Die Moral der Geschichte ist natürlich eine andere und hier haben die AMAG-Verantwortlichen sowie auch der VW-Konzern versagt. Jahrelang hat man die Umwelt verpestet und sieht sich in keiner Schuld? Das geht nicht auf. In den USA zahlt man mehr als 20 Milliarden Dollar als Gutmachung und Strafen und in Europa sieht man sich als unschuldig an? Das geht nicht ganz auf. Der AMAG darf man schon attestieren, dass auch der CH-Importeur über den Tisch gezogen wurde, aber eines könnte man immerhin tun, nämlich den Umweltschaden wieder gut machen. Zum Beispiel dem Gewinn aus dem Verkauf von 172’000 Diesel-Fahrzeugen mit dem EA 189-Motor im Umweltprojekte investieren und im Mindesten 172’000 Bäume pflanzen, um den Schaden der höheren NoX-Belastung auszugleichen.

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