Fahrbericht: Renault Kangoo ZE- Stilvoller Elektrotransporter

Renault hat den Kangoo erneuert und den Transporter mit Elektroantrieb fit gemacht für 250 km. Damit ist der bislang vor allem im Ortsbereich einsetzbare Transporter auch für längere Fahrten geeignet und es gibt kaum mehr ein Argument, nicht den Z.E. zu kaufen wenn man einen neuen Transporter für den Warentransport benötigt.

Der Antrieb im Kangoo Z.E. ist aus dem Renault ZOE, der sparsame Elektromotor arbeitet mit 44 KW. Das ist nicht viel, bringt aufgrund des Elektroantriebs aber genügend Kraft mit, um auch beladen voran zu kommen. Die Batterie im Kangoo speichert dank höherer Energiedichte 33 kWh, damit kommt man durchaus 270 km weit – aber nicht viel weiter. Der Kangoo ist aber in der aktellen Version nicht dafür ausgelegt, vor allem weite Strecken zu machen, der City-Transporter ist im Nahverkehr und als Brot-Transporter am besten unterwegs. Laut Renault kann man auf jeden Fall auch im Winter beladen mit dem Kangoo 120 km weit fahren, wegen der Kälte ist die Leistungsfähigkeit etwas beeinträchtigt.
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Als Lademöglichkeit bietet Renault nur einphasiges Wechselstromladen an, mit dem Typ 2-Kabel kann man also 4,6 kW an der Wallbox daheim laden oder maximal 7,2 kW an Ladestationen mit 32 A Stromstärke beziehen. Dienstleistungen wie Z.E.Trip und Z.E. Pass (in der Schweiz) verhelfen den Kunden zu einem Ladenetzwerk, wo man auch zwischendurch wieder nachtanken kann. Ein Schnellladesystem an sich hat Renault nicht eingebaut, am Mittag noch schnell Strom ergänzen kann man wohl, voll laden entfällt.
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Renault sagt dazu, dass man die Erfahrung aus 25’000 verkauften Kangoo Z.E. berücksichtigt hat, deren Einsätze liegen immer im Rahmen der Möglichkeiten und nur selten darüber. Zudem muss man berücksichtigen, dass Renault den Kangoo schon sechs Jahre im Angebot hat und darauf aufbauen musste, eine komplette Neuentwicklung ist aber angedacht. Das Ladevolumen liegt bei 3.6 oder 4.6 Kubikmeter, je nachdem ob der Kunde sich für die Lang-Version oder die Kurze Version entschieden hat. An sich gibt es auch einen Kastenwagen-Aufbau, dann fasst der Kangoo durchaus satte 6.5 qm Laderaum, was durchaus beachtlich ist, solange die Waren nicht zu schwer werden. Die Nutzlast beträgt 650 kg, das ist eigentlich beachtlich aber beim Kastenwagen mit Hochdach und Lang-Version bedeutet das pro qm Volumen nur 100 kg Gewicht.
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In den neuen Kangoo hat Renault eine Wärmepumpe eingebaut die arbeitet effizienter als ein Heiz- oder Kühlsystem und benötigt kaum Strom, was der Reichweite zu gut kommt. In kälteren Ländern bietet Renault auch eine Zusatzheizung an die mit Diesel arbeitet und ohne Batteriestrom auskommt. Das sorgt bei grosser Kälte für angenehme Temperaturen ohne die Reichweite zu reduzieren. Die Diesel-Heizung arbeitet zudem im optimalen Wirkungsgrad des Diesels, da kann man nicht viel dazu sagen. Grosse Elektroautobusse im Linienbetrieb oder Überland-Verkehr arbeiten mit einem ähnlichen Prinzip, dass die Heizung mit Diesel arbeitet, der Fahrbetrieb mit Strom.

Wie bei Renault üblich, kann man den Akku weiterhin mieten, dann spart man an den Anschaffungskosten. Im Endeffekt kommt es aber wohl teurer, das muss jeder für sich entscheiden. Von der Hand weisen kann man die Angst früherer Jahre das eine Batterie mit der Zeit immer weniger Kapazität aufweist. Wenn der Kunde nicht alles falsch macht sind auch vierjährig genutzte Batterien immer noch auf 90 oder 95 % der Erstkapazität.
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Erhältlich ist der Kangoo Z.E. ab 27’700.- CHF, das ist eigentlich recht wenig für einen Elektro-Transporter. Dazu kommt dann die monatliche Batteriemiete hinzu, die liegt bei mindestens 79.- CHF (ohne MWST) und lässt einen dann nur 7500 Kilometer pro Jahr fahren. Der Testwagen war mit Zusatzheizung ausgestattet die ich nicht verwendete, zudem hatte er viele Extras an Bord. So resultiert ein Preis von 41’000.- Franken.

Im Vergleich zum Verbrenner-Kangoo fährt das E-Auto deutlich besser, wobei der Komfort klar auf Handwerker-Betrieb ausgelegt ist. Das geht aber in Ordnung und schön ist vor allem, dass die Fahrt viel leiser vonstatten geht als mit Benzin- oder Diesel-Version.


Ein Kommentar

  1. In dieser Fahrzeugklasse von Erfahrung zu reden finde ich schon Recht daneben, es gibt ja kein Angebot mit Schnellladung also haben sie schlicht keine Ahnung wie sich so ein Fahrzeug verkaufen würde…
    Beim Renault Master wird es daher wohl auch keine 3 Ph Lader mit 22/43 kW geben und das finde ich schon Recht fahrlässig. Bietet es doch einfach an als Option, dann hat der Kunde eine echte Wahl.

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