VW in Interlaken: 21’000 Besucher ohne Stromtankstelle

VW richtet in Interlaken mit grosser Kelle an und hat vorab mehr als 21’000 Eintritte für den heutigen Samstag und den morgigen Sonntag registrieren können. Händler, Kunden, Mitarbeiter aus der ganzen Schweiz und sehr viele Fans mit ihren Oldtimern werden erwartet, denn die AMAG feiert 70 Jahre VW Schweiz.

Das Gelände in Interlaken ist gut geeignet für den Anlass, es bietet genügend Parkplätze und einige Flugpisten auf denen man SUVs fahren kann und auch mit dem Golf GTI TCR-Geschoss Taxifahrten mit echten Rennfahrern erleben darf.
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Weniger geeignet ist das Ganze, weil man keine Stromtankstelle einrichten konnte. Mehr als 5000 Fahrzeuge werden erwartet und keiner davon wird Strom beziehen können, weil der Veranstaltungsort das nicht vorgesehen hat. Das ist besonders betrüblich weil auch VW vor Ort das Thema Elektromobilität vertritt, passt aber auch ins Gesamtkonzept, weil der E-Auftritt verhalten genug ist. In der Sonderschau E-Mobilität hat es ein Smart Home mit einem angehängten E-Golf und einen Container, wo das Thema Nachladen zu Hause und Strom an sich vorgestellt und präsentiert wird. In einem Hangar hat es eine Sonderschau mit dem e-Up, dem E-Golf, dem Golf GTE und dem Passat GTE sowie drei Prototypen von verschiedenen Messen, die das Thema Zukunft aufgreifen und abbilden. That’s it. Für einen Markt in dem Volkswagen Schweiz bzw. die AMAG im Jahr 2020 bereits 10 % Marktanteil aufweisen will, ist das ein magerer Auftritt.
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Es ist darin begründet, dass der Veranstalter vor Ort nicht mehr Strom zur Verfügung stellen kann. Der Eventort kann nicht einmal auf dem ganzen Gelände Strom anbieten, so läuft der Luft-Torbogen am Haupteingang den ganzen Tag mit einem Stromagregat, ein Verbrechen an der Umwelt. Man dürfte ruhig bei der AMAG ein paar Schritte weiterdenken und das Thema Zukunft angehen, wenn es schon Strom braucht, muss man halt einige Batterien aus alten Elektroautos nehmen und hinstellen. Solche Batterien gibt es durchaus aus Unfallautos, man muss diese nur einsetzen statt entsorgen.

Und wenn der Veranstaltungsort versagt und keinen Strom anbieten kann, müsste die AMAG eben selbst Strom legen lassen, auch in der Region Interlaken ist es möglich, Strom anzuzapfen. Zudem hat der Strom gereicht für die Open-Air-Bühne, das Riesenrad und die Karusselle, Hüpfburgen und mehr, nur für einige Zapfsäulen für Elektroautos hat es nicht mehr gereicht, das ist mager.
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Es gibt heute Möglichkeiten auch an den entlegensten Orten Strom anzubieten und die kosten nicht immer die Welt. Mancher Batteriebesitzer ist sogar froh, wenn er seine teuren Batterien zwei oder drei Mal im Monat entladen kann, weil die Batterien die nicht gebraucht werden, eher kaputt gehen als jene, die immer wieder im Einsatz sind.


2 Kommentare

  1. Liebe Autonews, bitte beschäftigen Sie sich zuerst einmal mit der Infrastruktur, welche notwendig ist um eine Ladestation stationär zu erstellen, dann erkundigen Sie sich im Gleichen über die Möglichkeit, Auflagen und Kosten eine mobile Ladestation zu erstellen. Ich bin regelmässiger Besucher von solchen Autoveranstaltungen, habe aber seltenst ein E-Fahrzeug Besitzer an solchen Festen gesehen, weder im Ausstellungsbereich noch unter den Zuschauern. Im Übrigen erlaube ich mir eine Prognose, dass sich rein batteriebetriebene Elektrofahrzeuge nicht durchsetzen, da die Nachteile zu gravierend sind. Da bleibt spannend wie schnell Fahrzeuge mit Brennstoffzellen sich verbreiten werden, da diese die Nachteile einer Batterie (lange Ladezeit, grosses Gewicht, schwieriges Lademanagement usw.) nicht haben und die anderen Probleme einfacher lösbarer erscheinen.

    • Lieber Ernst Witzig
      Die Amag hatte den Plan, Stromtankstellen anzubieten, das hat man mir bestätigt. Es waren neben meinem Tesla auch noch andere Elektrofahrzeuge vor Ort und extra ein Hangar eingerichtet wo der VW E-Up, E-Golf Golf GTE und Passat GTE sowie drei Prototypen gezeigt wurden. Die E-Fahrzeuge wurden sogar mit Anschluss und Heimladesäule gezeigt, die Heimladesäulen waren aber nicht angeschlossen.
      Als Tour Manager der WAVE weiss ich was es braucht um 100 Elektrofahrzeuge zu laden, wir hätten der Amag auch aushelfen können mit unserem Equipment.
      Und bezüglich Brennstoffzelle sieht man, dass von mehreren Dutzend Autobauern nur gerade mal 4 (Toyota, Honda, Hyundai, Mercedes Benz) an eine Serienfertigung von Wasserstoffantrieben denken, aber alle sich einig sind, dass man nun Batteriegestützte Elektroautos baut. Im VW-Konzern gibt es in den kommenden 4 Jahren keine Brennstoffzellen-Antriebe, das ist ein klares Zeichen.

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