Fahrbericht: Renault Alaskan Pickup mit 190 PS und Allrad Automat

Der Renault Alaskan ist bei Renault der erste richtige Pickup im Programm und da das Unternehmen solche Entwicklungen immer auch innerhalb der Konzernallianz mit Nissan und neu auch Mitsubishi aufbaut, war nichts anderes vom Alaskan zu erwarten als ein perfektes Erscheinungsbild mit europäischem Charakter.
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Der 190 PS starke Pickup würde von Renault leider auch etwas überperfektioniert, mit dem festen Aufbau auf der Ladefläche ist der Pickup leider nicht mehr wirklich authentisch, das sieht dann eher aus wie ein Lastwagen mit Fenstern. Von der Nutzbarkeit her hat der Renault Alaskan mit dem Aufbau auf der Ladefläche natürlich sehr gewonnen, so kann man laden und muss nicht gross nachdenken darüber, ob die Ladung später noch vorhanden ist. Damit sind der steigenden Beliebtheit von Pickups keine Grenzen mehr gesetzt und wer es genau nimmt, sieht ja auch, dass es viele Vorteile hat einen festen Kofferraum aufzubauen.
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Der Franzose mit japanischen Genen hat ein eigenständiges Aussendesign erhalten, wenn man davon absieht, dass er ein Pickup ist. Die Frontpartie stammt definitiv von Renault und damit sieht er auch aus wie ein Renault. Das Heck ist vom Brudermodell Nissan Navara übernommen worden, ebenso die Innenraumgestaltung. Dort gibt es nur das Lenkradlogo, wo sich das Auto unterscheidet. Der Renault stellt dabei aber eher die luxuriöse Ausgabe der Pickup-Verwandten dar und ist auch nur mit dem starken 2,3 Liter-Turbodiesel mit 190 PS (140 kW) erhältlich. Im direkten Vergleich erinnere ich mich daran, dass der Nissan Navara nicht wirklich gute Sitze angeboten hat, beim Renault ist das nun anders. Der überzeugte mich auch auf der Fahrt von Zürich nach St. Gallen auf der Autobahn und bot mir eine sehr gute Sitzposition an.
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Im Test stand die Version INTENS und die ist mit allen erdenklichen Extras ausgestattet. Das Hardtop schlägt montiert vom Garagisten mit rund 3535.- Franken zu Buche, der Preis in der Grundversion kostet 47’442.- Franken.

Der Alaskan bietet im Innenraum reines Pkw-Feeling, lediglich das Lenkrad ist ein wenig betrüblich, weil es in der Tiefe nicht verstellt werden kann. Die Sitzposition und auch der Rundum-Blick sind genial, so fährt man auch gerne etwas weiter. Das Platzangebot ist für Fahrer und Beifahrer sehr gut, die hinteren Passagiere sitzen nicht ganz so optimal und beengter als die voderen Passagiere.
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Je nach Ausstattung liegt die Nutzlast zwischen 880 und 1000 Kilogramm, der Alaskan kann zudem gebremste Anhänger bis zu 3,5 Tonnen Gewicht ziehen.

Mit voller Zuladung und mit Anhänger habe ich den Pickup nie genutzt, man traut dem Motor mit seinen 190 PS aber einiges zu. Mit seinen 140 kW verspricht der Selbstzünder genug Kraft für fast alle Aufgaben, sein maximales Drehmoment von 450 Nm liefert der Motor zwischen 1.500 und 2.500 U/Min. Die Schaltung erfolgt serienmässig über ein manuelles 6-Gang-Schaltgetriebe oder ein 7-Gang-Automatikgetriebe.
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Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 184 km/h, der Pickup ist aber bekanntlich nicht auf Autobahnen zu Hause. Etwas Abstriche machen muss man beim Alsakan was Fahrwerk und Federung betrifft. Beide sind auf harte Arbeit im Feld oder Steinbruch konzipiert. Hier zeigt sich auch, dass der Alaskan vom Grundkonzept zu Recht mit dem Allrad-Antrieb ausgestattet ist.

Auf trockener Fahrbahn ist man mit dem Alaskan auch im 2WD-Modus sehr sicher unterwegs, unbeladen droht das Heck aber dann schon auch auszubrechen. Die Assistenten des Fahrzeuges haben dann viel zu tun, die Spurtreue bleibt aber gross.
Durch die mechanische Differenzialsperre hinten und den Allradantrieb mit Untersetzung kommt man mit dem Alaskan auch im Gelände sehr weit. Die Kletterkünste sind nicht zu unterschätzen, und der Alaskan kommt weiter als den Passagieren noch Wohl ist.
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Das Fazit:
Pickup mochte ich eigentlich nie, zumindest im Original aus Amerika würde ich wahrscheinlich nicht lange fahren wollen. Die Pickups in Europa sind okay, vor allem der Renault Alaskan und das Nissan-Schwestermodell Navarra. Der Renault ist mit einem tollen Motor ausgestattet der viel Kraft mit sich bringt. Die Schaltungsvorgänge sind aber eher zu intensiv. Mit dem Aufbau im Heck hat Renault das Pickup-Prinzip missbraucht und das ganze Auto ist etwas weichgespült, aber auch dafür gibt es Kunden.


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