VW hat Problemautos aus Vorserien an Kunden geliefert

In der Autoindustrie arbeiten viele tausend Leute und entsprechend gibt es in Grosskonzernen auch verschiedene Ansichten, wie man mit Problemen umgeht. Normalerweise werden Autos aus Vorserien die man probeweise baut, verschrottet. VW jedoch hat Tausende dieser Wagen verkauft, berichtet nun der Spiegel in einem Artikel von letzter Woche.

Nun hat der Konzern tausende von VW-Besitzern angeschrieben und im Brif davon geschrieben, dass man „im Rahmen interner Überprüfungen festgestellt habe, dass in einem bestimmten Zeitraum Fahrzeuge verkauft wurden, bei denen der Bauzustand möglicherweise nicht dem Serienstand entsprochen hat“. Mit dem Schreiben wandte sich der Konzern an einen VW Passat-Besitzer und deckt damit auf, dass man grosszügig betrogen hat. VW macht nun tausenden von Kunden das Angebot: „Wir möchten Ihr Fahrzeug zum Ausschluss eventueller Schäden zurückkaufen.“

Scheinbar betrifft das nicht nur Kunden in Deutschland sondern in ganz Europa und damit hat VW gleich mehrere Gesetze gebrochen und auch tausende von Händlern und deren Kunden massiv geprellt. Denn eigentlich entsprechen diese Vorserienfahrzeuge in keinster Weise der Serie, die Kunden haben damit ein grosses Problem das die Wertigkeit des Fahrzeuges zum Zeitpunkt des Erkennens gegen Null sinkt. Kommt hinzu, dass Vorserienmodelle ohne gültige Strassenzulassung unterwegs sind, weil diese Fahrzeuge nicht geprüft sind.

Volkswagen hat den Vorgang nun bestätigt und aus der Zeit von 2006 bis 2018 in etwa 6700 Fahrzeuge gefunden, die man nicht hätte verkaufen dürfen. Damit ist die Dimension zwar nicht so gross wie beim Dieselskandal mit 11 Millionen Fahrzeugen, die Halter der Fahrzeuge werden aber sehr wohl betroffen sein wenn sie ein Schreiben erhalten, dass der VW-Konzern einen Prototyp verscherbelt hat. Kommt hinzu, dass man bei VW gar nicht dokumentiert hat, was an den Fahrzeugen verändert wurde. Es ist unklar ob nur Türdichtungen oder lebensnotwendige Technik von Hand gefertigt ist.

Nun holt VW die Fahrzeuge zurück und wird diese verschrotten, was man schon früher hätte tun sollen. Volkswagen verspricht zwar, die Kunden angemessen zu entschädigen, doch viel Vertrauen haben die Kunden nicht mehr. definitiv verspielt hat VW beim KBA, dem Zulassungsgremium in Deutschland. Das Ministerium prüft nun ein Bussgeld wegen falscher Zulassung und das Bussgeld liegt bei einigen tausend Euro pro Fahrzeug.

Die Kosumentenschützer sind empört, dass VW auch 2018 und damit drei Jahre nach dem Dieselskandal Prototypen verkauft hat. Das zeigt, dass der Konzern definitiv nichts gelernt hat.


Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.