Fahrbericht: Renault Mégane RS – Sportlichkeit mit Bestnoten

Renault hat eine grosse Tradition als Sportwagenhersteller, hat diese aber immer auf besondere Modelle und Kleinserien beschränkt. Mit dem Engagement in der Formel 1 und dem Engagement in der Formel E hat man zusätzliche Verantwortung übernommen und als Alpine-Mutter auch die Sportlichkeit in die neue Sportlerfamilie Alpine A110 rein gebracht.

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Viele Beobachter erwarteten deshalb eigentlich, dass sich Renault auf Alpine konzentriert und in der Tochterfirma alle Sportlichkeit unterbringt, deshalb ist der Mégane RS eine grosse Überraschung. Mit dem Megane RS setzt Renault die Tradition des Kompaktwagen-Sportwagens fort, die man mit dem Renault R5 Alpine und Clio R.S. und anderen Sportlern begann.

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Der Megane RS ist nun aber nicht nur ein Sportler mit Extra-Power, er ist durch seine kompakte Bauart und aggressiv blickende Scheinwerfer und ein muskulöses Karosseriedesign ein Anblick der Extraklasse. Leichtes Understatement wird hier von Renault mit sportlicher Note verkuppelt und wer auf den Wagen zugeht, bekommt unweigerlich Lust auf sportliches Fahren.

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Renault sieht den Mégane RS als ideales Spielzeug für Menschen mit Benzin im Blut. Der Megane RS bietet Motorsport pur und ein Infotainmentsystem mit virtuellem Fahrertraining, mit dem man sich selbst stetig verbessern kann.

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Die französischen Ingenieure haben dem Megane RS um sechs Zentimeter verbreitert, die neuen Flanken und die breiteren Reifen stehen dem Wagen sehr gut. Die LED-Elemente der Zusatzscheinwerfer sind als Zielflagge gestaltet und wer den Sound hört, egal mit welcher Sportstufe, der ist auf jeden Fall hin und weg. Denn es braucht nur einen Knopfdruck, dann verändert der RS den Charakter und im eingeschalteten „Sport“-Mode schaltet das Doppelkupplungsgetriebe dann deutlich schneller als im Normal-Mode und überspringt beim Runterschalten auch mal einen Gang. Die Lenkung wird steifer und präziser und der Motor spricht schneller auf das Gaspedal an. Im „Race“-Mode schaltet sich dann das ESP ab und wer mutig ist, kann dann auch testen wo die Grenzen liegen. Das Fahrwerk ist dann hart wie ein Brett und so liegt der Wagen auch auf der Strasse. Mit vollem Elan kann der RS in 5.8 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 255 km/h. Weder das eine noch das andere habe ich dabei wirklich ausgetestet, für mich sind nicht die Spitzenwerte entscheidend sondern der Gesamteindruck. Der Megane RS bietet dabei einen sehr angenehmen Gesamteindruck, der Sportler hat mich fasziniert und verblüfft.

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Innen ist der Megane RS sportlich betont und bietet stark konturierte Sitze mit einer sportlichen Härte und weniger Polsterung, das Sitzen macht aber auch auf langen Fahrten Spass, solange man nicht gerade im RACE-Mode auf Holperpisten unterwegs ist. Sehr positiv verzeichnet habe ich das griffige Lenkrad und die Aluminium-Pedale, mit denen der Megane RS seine Sportlichkeit betont.

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Der kompakte Renault hat eine Allradlenkung an Bord auf die ich sehr gespannt war. Mit der Allradlenkung lenken die Hinterräder mit, was bedeutet auf Landstrassen sind die Kurven sehr viel besser zu meistern und deutlich agiler zu fahren. Damit kann der sehr gut ausbalancierte Megane RS noch schneller um die Kurven preschen und kommt so auf höhere Kurvengeschwindigkeiten. Fährt man im Autobahntempo schlagen die hinteren Räder parallel mit den Vorderrädern ein und erleichtern den Spurwechsel bei hohem Tempo.

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Der Renault Mégane RS ist bereits seit einigen Monaten im Handel und kostet in der Schweiz mindestens 38’200.- Franken. Dafür gibt es den Fünftürer mit einem neuen 1,8-Liter-Motor und satten 280 PS, der gleiche Motor wird auch im Alpine verbaut. Vor kurzem hat Renault auch den nachgeschärften Mégane RS Trophy mit 299 PS und 400 Nm ins Angebot aufgenommen, der Preis ist aber unbekannt.

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Megane RS Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer-Turbo
Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.800 ccm
Leistung: 280 PS (206 kW)
Drehmoment: 390 Nm
Von 0 auf 100: 5,8 s
Höchstgeschw.: 255 km/h
CO2-Ausstoß: 155 g/km
Kofferraum: 384 Liter
umgebaut: 1.247 Liter
Gewicht: 1.482 kg

Mein Fazit:
Der Megane RS ist für mich nach vielen E-Fahrzeugen wieder einmal eine Erfahrung die ich nicht missen will. Sportlich gehalten ist der auffällige Kompaktwagen eine Offenbarung im Fahren von Ort zu Ort, die durchaus noch sehr viel mehr bietet wenn man mit Sport-Taste oder im RACE-Modus fährt. Der Sound ist sehr gut gelungen, allerdings nicht immer vom Motor. Fehlzündungen und Stottern kann der Megane RS auch, aber wenigstens nicht Motorbezogen und im Soundgenerator geschaffen, das beruhigt mich doch. Legendär verhält sich der RS auf der Langstrecke, da habe ich noch selten einen solchen tollen Sitz geniessen dürfen der viel Sportlichkeit und doch entspanntes Sitzen erlaubt. Eine tolle Erfahrung, danke Renault.


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