Fahrbericht: Tesla Model 3 im Kurztest

Letzte Woche durfte ich einmal im Model 3 nicht nur Platz nehmen und eine Begutachtung sondern auch eine kurze Probefahrt unternehmen. Es gibt zwar schon tausende von Model 3 in der Schweiz, die Presseabteilung hat aber noch kein Fahrzeug und die Niederlassungen und Stores in der Schweiz meistens nur eines, wodurch man sich anmelden muss um eine Probefahrt zu bekommen.
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Später im Jahr wird mir Tesla dann vielleicht einmal ein Model 3 für einen ausgiebigen Test über eine Woche zur Verfügung stellen, das sei aber erst im Q3 der Fall oder später, hiess es bei Teslas Pressemanagement. Nun, irgendwie kann ich mich als Model S-Fahrer nicht ganz mit dem Model 3 anfreunden. Die Türgriffe sind mir zu unpraktisch, die machart doch ein wenig zu sehr auf sparsam getrimmt und doch kostet das Model 3 in der kleinsten Version immerhin 59’000 Franken, das ist nicht wenig.
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Positioniert ist das Model 3 als Mittelklasselimousine und die direkten Mitbewerber sind wohl Audi A4, Audi A3, BMW 3 und C-Klasse um nur einige zu nennen. Sicher ist, direkte Konkurrenz hat das Model 3 derzeit keine, zumindest keine die Lieferbar ist in gleicher Menge.
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Gewähnungsbedürftig sind nicht nur die Griffe sondern vor allem das Cockpit des Model 3 mit seinem Single-Display. Der 15 Zoll grosse Touchscreen ist zwar wirklich riesig, nun wird dort aber alles angezeigt und ein Armaturenbrett gibt es nicht mehr. Da kommt man unweigerlich ins studieren wenn mehrere Personen da an Bord sind, da ist jede Information für die ganzen Fahrgäste ebenso abrufbar. Das Tablet reagiert aber sehr sensibel auf Berührungen und die Auflösung ist recht scharf. Als Tesla-Besitzer habe ich das System schnell verstanden, sonst dauert das Erlernen der wichtigsten Fahrzeugfunktionen noch einige Zeit.
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Neu und vollkommen anders ist die Heckklappe, ein veritabler Kofferraum mit 425 Liter Volumen, aber nur durch die Heckklappe zugänglich, wenn man nicht die Sitze umlegt. Legt man die Sitze um entsteht ein knapp zwei Meter langer Stauraum der auch Möbel aufnehmen kann, wenn man durch den Kofferraum kommt. Natürlich gibt es ein kleines Gepäckabteil unter der Fronthaube und dort bringt man neuerdings deutlich mehr unter als bislang.

Entriegelt und gestartet wird das Model 3 per Schlüsselkarte oder Smartphone, einen Fahrzeugschlüssel gibt es nicht mehr. Das ist erst ungewohnt aber da Tesla anders agiert, gewöhnt man sich dran. Mit einer Tesla-liken Beschleunigung knackt der Tesla in der Performance-Version in 3.4 Sekunden die 100-km/h-Marke. Das Auto hat laut Tesla ein Gewicht von knapp 1800 Kilogramm und das wird mit 226 PS gekoppelt, das ist ein guter Wert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 225 km/h und die Reichweite bei 440 angezeigten Kilometer im Display, laut Tesla bei 530 km nach WLTP.
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Die Beschleunigungen und Bremsvorgänge sind sehr harmonisch und forsch, das getestete Performance-Modell ist aber mit Kramik-Bremsen ausgestattet und das ist nicht bei allen Versionen so. Zu Beginn gab es bei den ersten Fahrzeugen sogar einige Fahrzeuge die bei Bremstests versagten, das wurde von Tesla aber korrigiert.

TECHNISCHE DATEN TESLA MODEL 3
Motor E-Motor: permanenterregte As
ynchron-Maschine
Leistung 226 PS
Getriebe/Antrieb Allradantrieb
Reichweite 440 Kilometer
Beschleunigung 0 – 100 km/h 5,8 s
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Leergewicht (Werk) 1774 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm 42,0 m
Verbrauch ca. 17 kWh/100 km

Mein Fazit aus dem Kurztest:
Könnte ich das Model 3 mit den Griffen vom Model S haben und mit einem Supercharger-Free-Guthaben, würde ich vielleicht aus Vernunftgründen vom Model S auf das Model 3 wechseln. Allerdings würde ich dann auch wieder die Variante bevorzugen, die mit Dualmotoren und ohne Perfomance-Paket geliefert wird. Weil diese beiden Punkte nicht erfüllbar sind, werde ich vorerst sicher nicht wechseln. Die Griffe sind aber nicht nur von der Mechanik sondern auch von der Haltetechnik anspruchsvoll. Während alle anderen Autos einen Griff haben zum Ziehen ist es beim Tesla nun anders gestaltet. Auch im Innern übrigens, dort gibt es keinen Hebel zum Ziehen sondern einen Druckknopf um das Schloss elektrisch zu öffnen. Anschliessend drückt man die Tür mit dem Ellenbogen auf, dieses Vorgang muss man aber wohl ein wenig üben. Ich freue mich schon darauf einen ausgiebigen Test mit einer Verbrauchsfahrt zu machen, es wird aber ein Weilchen dauern.


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