AGVS betont die Studie „wie schlecht das Elektroauto ist“

Letzte Woche wurde die Un-Sinn-Studie publik, in der die Studienautoren Christoph Buchal, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner Sinn behaupteten, die Elektroautos seien viel schlechter als Diesel-Fahrzeuge. Das Fazit der Studienautoren: «Es kann nicht die Rede davon sein, dass die Einführung der Elektroautos bereits für sich genommen zu einer Reduktion des CO2-Ausstosses im Verkehr führen wird». Die Studie berechnete einen CO2-Nachteil von bis zu 28% bei Elektroautos und bezog sich auf andere Studien, die aber alle Beispiele in Extremis zitierten. Unter anderem tauchte wieder die Zahl auf von 17 Tonnen CO2 auf, die angeblich bei der Herstellung von Tesla-Batterien anfallen, diese Zahl wurde schon mehrfach widerlegt und Tesla produziert ihre Batterien den eigenen Angaben nach sogar mit nachhaltig erzeugtem Strom aus eigenen Solaranlagen, womit die CO2-Ausstösse bei der Batterieproduktion vernachlässigbar sind.

Insgesamt nutzt der AGVS die Studie nun dazu um Gasautos schön zu reden, deren CO2-Bilanz ist immerhin um ein Drittel besser als jene von Benzin und Diesel, steht da wortwörtlich. Allerdings ist auch diese Zahl umstritten, denn die Studie nimmt keinen Bezug dazu woher die Zahl kommt. Tatsächlich ist die CO2-Bilanz von CNG-Fahrzeugen nirgends wirklich dokumentiert und es werden Werte herumgereicht die bis zu 40 % gehen, die CNG angeblich besser ist als ein Diesel. Komisch nur, dass es dazu keine offizielle Verbrauchsangaben gibt. Immerhin spricht man auf der AGVS-Webseite 20 Tage früher davon, das CNG eine CO2-Ersparnis von 25 % aufweist, es ist deshalb fraglich weshalb man dann die falsche Zahl aus der Studie einfach stehen lässt.

Egal wie, die Studie bleibt publiziert obwohl in vielen Punkten falsch und auch beim AGVS zeigt man nur die Studie auf und nicht die Kritik daran. Kein Wort davon, dass die Studie den Strommix von 2016 in Deutschland berechnet, der weder 2019 noch genau so stattfindet noch für die Schweiz irgendeinen Bezug hat.
Übernommen wurde der Studieninhalt, dass eine Batterie im Elektroauto nach 10 Jahren und 150’000 KM (jährlich 15’000) kaputt ist und damit ein Elektroauto Schrott ist, zudem steht da wörtlich: „In Wirklichkeit stosse der Tesla zwischen 156 und 181 Gramm CO2 pro Kilometer aus…“ (Zitat AGVS-Webseite) womit klar ist, dass der Autor zwar vielleicht die Studie gelesen hat aber das Verständnis für den elektrischen Antrieb vollkommen fehlt, denn sonst wüsste man beim AGVS wenigstens wie falsch die Zahl ist.

Die AGVS-Webseite ist als Verbandsportal schon des öfteren aufgefallen weil man sich weit aus dem Fenster lehnt und den Diesel schön redet und den Benziner als Allheilmittel sieht. Selbst wenn ich nun die Garagisten-Brille aufsetze kann ich aber nicht schreiben das ein Elektroauto 181 Gramm CO2 pro Kilometer ausstösst, denn das geht nur wenn ich den Strom mit dem Dieselaggregat erzeuge.

Weil der AGVS als Garagenverband auch in Sachen Energiecheck aktiv ist muss man sich schon die Frage stellen, welchen Hut der Verband anzieht wenn er publiziert. Da müsste eigentlich ein Disclaimer hin der klar stellt, dass der AGVS auch durchaus falsche Inhalte betont, wenn die beim Leser vielleicht willkommen sind.
https://www.agvs-upsa.ch/de/news/forscher-sehen-elektroauto-als-klimasuender

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