Fahrbericht VW T-Roc – Kleiner Schönling und Kompakt-SUV

Der Markt an SUV-Modellen wird immer grösser und nach dem Erfolg mit dem Tiguan und Tuareg hat sich VW auch dazu aufgerafft die Ära des Golf mit einer eigenen kompakten SUV-Konkurrenz zu beenden. Seit der Präsentation des T-Roc ist bei VW die Welt der Verkaufszahlen durcheinander, der immer meistverkaufte VW Golf ist ins Hintertreffen geraten und muss sich in der Rangliste die vorderen Plätze nun mit dem T-Roc teilen.
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Der VW T-Roc ist der erste Kompakt-SUV von Volkswagen gewesen, inzwischen gibt es auch den T-Cross, einen urchigeren Ableger der dann etwas mehr auf das Gelände ausgerichtet ist und auf dem Polo basiert, also etwas kleiner ist als der T-Roc. Bei der Präsentation des T-Roc betonte VW, dass man das jüngere Publikum neu erobern will und deshalb frische Farben, freche Formen und moderne Technik zusammen gestellt hat, womit man die urbanen Grenzgänger erreichen will.
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Im eigentlichen Sinn ist der T-Roc natürlich ein höher gelegter Golf und genau auf jene Zielgruppe ausgerichtet, die immer einen Golf kaufte. Die Technik ist die gleiche und auch die Motorenpalette ist weitgehend identisch. Der T-Roc ist trotzdem das trendigere Modell, denn die SUV-ausgerichtete Kundschaft freut sich darüber, dass man nicht mehr nach unten klettern muss, um ins Auto zu steigen.
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Das Platzangebot ist recht gut, es ist ein Kompakt-SUV und da darf man keine Raumwunder erwarten. Der Kofferraum bietet 445 Liter Volumen und ist grösser als beim Golf, zudem kann man die Sitzlehnen umlegen und kommt dann auf 1015 Liter Volumen. Die Sitzposition ist SUV-mässig aufrechter womit die meisten Leute keine Mühe bekunden aber im Endeffekt natürlich weniger Kurvenfähig. Vorne bietet der T-Roc guten Platz, hinten ist das Sitzen eher etwas beengter.
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Gefällig ist das Aussendesign, die Gestalter haben dem T-Roc an den richtigen Stellen die richtigen Knicks eingebaut um eine harmonische SUV-Form zu präsentieren die fast ein wenig mehr darstellt als das Auto bietet. Sobald man im Auto sitzt findet man die richtigen Schalter an den richtigen Orten vor, hat aber auch das Gefühl, in einem gross geratenen Plastikkorb zu sitzen. Die verwendeten und verbauten Hartplastikteile sind wenig wertig und insgesamt sieht man, dass man wohl effizient Autos bauen kann aber dabei auch auf den Preis achtet. Aufgepeppt wird das Ambiente durch Farbkombinationen, denn die Aussenfarben kann man auf Wunsch auch im Innern des kleinen SUVs einsetzen lassen. Es gibt elf Aussen- und vier Dachfarben, so sind insgesamt 24 Kombinationen möglich und das ist immerhin ein Anreiz, sich mit dem System Farben auseinander zu setzen.

Optional gibt es im SUV nun das digitale Cockpit mit Infotainment-Angebot und Navigationsvarianten im Display, das sollte man sich unbedingt gönnen. Es gibt auch einen Haufen Assistenten, die sollte man ebenfalls mitordern wenn diese nicht Serie sind, meist lohnt es sich.
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Bei der wichtigsten Frage zum T-Roc habe ich nun leider eine vollkommen andere Meinung als viele andere Motorjournalisten deren T-Roc-Tests ich gelesen habe. Angeblich soll der T-Roc agil und wendig sein, zudem schafft er angeblich sehr gute Fahrleistungen. Diese Aussagen kann ich nicht unterzeichnen, mir ist der SUV zu bieder unterwegs. Die Motorisierung kenne ich aus anderen Fahrzeugen der VW-Gruppe und die Software-Steuerung kann man so oder so einstellen. Man könnte somit ein modernes Fahrzeug machen das gute Fahrleistungen bietet und dessen Seitenneigung nur lapidar ein Hauch von Andeutung ist. Mein T-Roc-Test zeigte eine ausgedehnte Seitenneigung und offene Becher kann man in diesem Fahrzeug nicht gefüllt transportieren. Die Fahrleistungen kann ich nur als lau bezeichnen und wen das ein 2.0 Liter-Motor war, haben die Software-Programmierer zu sehr auf smarte Beschleunigung hin gearbeitet und nicht auf Agilität. Eigentlich schade, denn der Schönling hätte es verdient, Kunden auch im Bereich Fahrdynamik zufrieden zu stellen.
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In meinem Testfahrzeug war ein 2.0 TSI Benziner verbaut und der schluckt laut Werk 6,8 Liter Benzin, ist dafür gekoppelt mit einem 7-Gang-DSG Getriebe. Beim Verbrauch bin ich nicht annähernd in die Region von unter 7 Litern gekommen, leider auch bei der Beschleunigung nicht. Ich hatte den Verdacht, dass VW mir das falsche Fahrzeug gab und der Motor nur 120 statt 190 PS hat. Wahrscheinlich liegt der Grund bei den Kunden. Bei VW heisst es gern, dass man den Erwartungen der Kunden gerecht werden muss. Das bedeutet wenn die Kunden einen lahmen Gaul erwarten, liegert VW diesen auch.

Beim Preis ist der T-Roc nicht der Billigheimer.

Der getestete T-Roc Sport kostet mit allen Schikanen immerhin 51’327.- CHF, das ist viel Geld für ein Auto in dieser Grösse.
Der Motor ist 2000ccm gross, liefert 190PS/140kW und hat 4 Zylinder
Das 7-Gang Automat DSG 4MOTION Getriebe ist fein abgestimmt und was man gar nicht gross mitbekommt ist der permanente Allradantrieb.
Erhältlich ist der T-Roc auch schon ab 41’000 CHF.

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