Fahrbericht: Master Z.E. von Renault steht immer unter Strom

Am Transporter-Treffen in Flawil haben sich der Maxus EV80, der E-Crafter und der Renault Master Z.E. von ihren besten Seiten gezeigt und durchaus auch einen tollen Auftritt hingelegt. Der Master ist dabei aber an seine Grenzen gekommen, vom Konzept her ist er die Transporter-Lösung die man derzeit am wenigsten gut einsetzen kann. Das sieht man auch an den Verkaufszahlen, vom Master werden im Jahr nur wenige Stück abgesetzt. Zumindest in der Schweiz. In Frankreich sieht das anders aus, dort ist der Master aufgrund des Stromnetzes im Vorteil.
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Der Renault Master Z.E. kennt im Moment nur das einphasige Laden, im Modelljahr 2020 soll das dann aber anders werden. Dann bekommt der Master ZE einen Schnelllader und kann innert 30 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt werden. Im Moment kann der Master an einem Stromanschluss in der Schweiz mit Typ2-Stecker nur mit maximal 3.6 KW/h geladen werden, er braucht also rund 7 bis 10 Stunden bis das Auto voll ist. In jenen Regionen wo man Lieferungen in einem klaren Turnus abarbeitet und nicht mehr als 120 km Weg zurück legt, ist der Master ein toller Partner, solange man nicht zu schwere Lasten hat. Am Vormittag eine Tour von 100 km machen und während dem Mittagessen schnell wieder aufladen ist aber leider nicht möglich, als Lieferwagen wird der Master deshalb eher selten eingesetzt.
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Der Master ZE ist seit 2018 auf dem Markt und er feierte an der WAVE 2018 seine CH-Premiere. Damals zeigte das Fahrzeug mit einer Kapazität von 33 kWh einen Verbrauch von 28 kWh pro hundert Kilometer an, das konnte man dann aber schnell verbessern. Der Master Z.E. fährt mit rund 20
kWh-Verbrauch durchs Land, mit seinem 33 kWh-grossen Batterieblock kann man meist etwa 150 km zurück legen. Man muss aber dann wissen wie man fahren muss um Strom zu sparen.
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Das Fahren an sich und auch die Sitzposition sind sehr angenehm, der Master Z.E. vermag zu begeistern. Bei Autobahnfahrten riegelt der Master aber bei 90 bis 95 km/h ab, mehr darf man dem Fahrzeug nicht zumuten. Im ECO-Drive-Modus kommt er auch nicht einmal auf 90 km/h, denn mit ECO will er sparsam unterwegs sein und lässt den Master bei 80 km/h hinter einem LKW verkümmern und langsamer werden. Nimmt man den Eco-Modus raus, kann der Master zwar bis 95 km/h fahren, ist aber dann noch lange keine Rennmaschine. Überholvorgänge lieben die E-Transporter alle nicht, da muss man die Fahrzeuge schon sehr gut kennen um die Beschleunigung und die Grenzen der Geschwindigkeitszunahme genauer einschätzen zu können.
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Für Transportaufgaben mit geringem Gewicht ist der Master optimal, der Lieferradius sollte aber recht lokal sein.

Renault Master Z.E., Kaufpreis ab 69’400.- CHF
Frontantrieb, 76 PS/56 KW, 226 Newtonmeter
Zuladung ca. 1300 kg, je nach Innenausstattung
Stromverbrauch k.a. / zu unterschiedlich
Reichweite real 120 km nach Werksangabe, 150 km können gefahren werden.
Batteriegrösse 33 kWh.
Typ 2 Ladesystem, 11 Stunden Ladezeit an Wallbox mit 11 KW (3,7 kW, 1Ph/16A)
Keine CCS Schnellladung vorhanden

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