Wasserstoff-Tankstellen werden kaum rentabel, Stromtankstellen schon

Tesla hat vor einigen Tagen in Las Vegas einen neuen Super Charger eröffnet, der nicht nur nach neuer Technologie arbeitet sondern die Ladeleistung dermassen optimiert, dass innert 24 Stunden bis zu 1500 Fahrzeuge der Marke dort geladen werden können. Der Supercharger-Standort ist mit 24 Stationen bestückt, die mit Leistungen von 250 kW das Model 3 laden und mit Leistungen von bis zu 200 kW das Model S und Model X laden. Um wirklich 1500 Fahrzeuge laden zu können in 24 Stunden muss natürlich fast schon wie bei einem Formel-1-Boxenstopp gewechselt werden was in der Praxis nicht funktioniert, rein rechnerisch sieht die Rechnung aber gut aus. Um die hohe Ladeleistung sicherstellen zu können hat man das Dach der Ladestation mit Solarzellen bestückt, für jeden Ladeplatz gibt es zudem Batteriepuffer-Zwischenspeicher, mit denen man hohen Strombedarf auffangen will. Laut Tesla ist die Version 3 der Supercharger nun auch bereit zum weltweiten Rollout, wo Bedarf besteht wird Tesla diesen SC-Typ einsetzen. Wie Tesla sagt sind die Supercharger nicht nur Mittel zum Zweck sondern auch rentabel an vielen Orten, denn man kann damit inzwischen auch Geld verdienen. Das meiste davon wird zwar wieder investiert aber würde man das Netz nicht mehr ausbauen wäre ein Gewinn möglich.

Ganz anders dürfte es bei Wasserstoff aussehen. Die Wasserstoff-Industrie sucht zwar Standorte für weitere H2-Tankstellen aber ob die neuen Standorte jemals rentabel werden ist fraglich. Denn heute hat die H2-Tankstelle ein Problem mit dem Druckaufbau, nach einem Betankungsvorgang muss jeweils 20 Minuten lang Druck aufgebaut werden bis ein weiterer Kunde betankt werden kann. Damit schafft eine kleine Tankstelle nur bis zu 40 Autos pro Tag, wenn diese sich geordnet in eine Reihe stellen und warten bis sie dran sind. Rein rechnerisch ist das von Haus aus schon ein Verlustgeschäft, denn das sind 14600 Betankungsvorgänge im Jahr. Selbst wenn man die Investition von 1 Million Franken nun auf 10 Jahre abschreiben würde, ist die Investition eine Geldvernichtung. Denn jeder Betankungsvorgang kostet mindestens 7 Franken an Grundgebühr um die Tankstelle zu finanzieren und diese Rechnung wird nicht aufgehen.

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