Mobilitätsarena mit Elektromobilitätskongress in Bern

Um die Elektrifizierung des Antriebes geht es am Schweizer Elektromobilitätskongress. Während Krispin Roman kurz einführte, hat Benoît Revaz, der Direktor Bundesamt für Energie BFE betont, dass man bei Treibstoffen und Ölprodukten abhängig ist vom Ausland. Kasachstan, Nigeria und Lybien sind die Hauptlieferanten von Erdölprodukten und der Reichtum sorgt dafür, dass die Personenwagen immer grösser werden und immer mehr können und sowieso Allradantrieb haben. Revaz betonte, dass man mit der Roadmap 2022 die Zahl der Steckerfahrzeuge steigern will. Zudem will man den CO2-Ausstoss verschärfen und die Flottenwerte herunter schrauben um die Energienutzung zu intensivieren. Auch die Digitalisierung der Schweiz muss intensiver angegangen werden um die Nutzung von Fahrzeugen zu intensivieren. Wichtiges Thema ist die Automatisierung und der Ausbau von Mietangeboten, damit man vermeidet, dass jeder Haushalt mehrere Fahrzeuge anschafft. Ulrich Nyffenegger, Vorsteher Amt für Energie und Umwelt in Bern zeigte an seiner Rede auf, das die aktuelle Energiewende auch umgesetzt werden muss, wenn man etwas erreichen will. Nyffenegger betonte, dass man in zehn Jahren extrem voran kommen kann, wenn man innovativ ist. Der Kanton Bern hat Förderbeiträge ausgelobt für Ladestationen und gibt bis zu 20’000 CHF an Zuschuss, wenn man Schnelllader im Wert von 60’000 Franken aufbauen will. Für kleinere Ladestationen gibt es 2000 Franken und andere Beiträge je nach Grösse der Ladestation.

In einer Elefantenrunde zeigten die vier grössten Ladenetzbetreiber auf, welche Infrastruktur man heute in der Schweiz aufgeschaltet hat. Im Vergleich mit dem Ausland geht es uns gut, die Projekte sind da und werden realisiert, an vielen Ecken und Ende klemmt es aber noch. Vor allem in Stadtzentren geht es recht mühsam voran, dort werden sehr viele Hürden aufgestellt von den Städten. Die Einigkeit in der Branche ist aber klein, denn während Marco Piffaretti vor allem in Städten um die Standorte kämpft sieht Ivo Brügger das Problem in der fehlenden Nachfrage nach Autos. Denn die heute vorhandenen Fahrzeugmenge erzeugt nicht genügend Nachfrage nach Stromleistungen. Wichtiges Thema ist die Preisgarantie an den Ladestationen, denn die Kosten sind derzeit zu wenig durchschaubar. Die vier Anbieter sind sich hier auch nicht ganz einig wie man den Markt in den Griff bekommt aber die Kundenfreundlichkeit muss verbessert werden. Die Branche geht auf einen Kilowatt-Preis hin und will sich irgendwo einpendeln, aber ob sich der Preis bei 45 oder mehr Rappen einpendelt ist noch offen. Sicher ist das Roaming wird mit der Zeit abgeschafft, die Netze werden ohne Kosten zusammengeschaltet.

Denja Lang, Mobility Verantwortliche bei SBB Green Class zeigt auf, wo SBB mit dem Angebot heute steht und wie es weiter geht mit dem vereinen von Strasse und Schiene. SBB Green Class hält fest, dass die neue Abo-Form extrem Erklärungsbedürftig ist und lange Beratungen nötig sind um den Kunden zu gewinnen. SBB Green Class hat aber einige hundert Kunden, darf aber nicht erwähnen wie viele es sind.

Ruedi Henke von Post Logistiks zeigte dann, weshalb die Post heute auf der letzten Meile E-Transporter von MAN einsetzt und welche Vorzüge die E-TGE haben, denn die Post muss sich auf der letzten Meile wandeln. Die Leistungen der Post auf der letzten Meile und die gesellschaftliche Verantwortung müssen in Einklang stehen. Unter anderem Logistik ohne Verpackung, Sharing Economy und andere Themen sind die Zukunft und da ist die Post als bundesnahe Tochter in der Pflicht. Nachhaltigkeit ist das Ziel und man will die CO2-Effizienz um mindestens 25 % per Ende 2020 steigern, verglichen mit dem Jahr 2010. Die Paketpost hat heute 29 Fahrzeuge mit E-Antrieb und das ist aktuell zu wenig um wirklich zu zählen. Man hat aber einiges an Potential denn heute sind noch 1750 Diesel-Fahrzeuge im Paketdienst unterwegs. Das schwache Angebot an Lieferwagen mit Reichweite und Zuladungskapazität ist aktuell aber noch ein Hindernis um umzustellen. Teuer ist die Anschaffung und auch die Strominstallation. Derzeit rechnet man aber damit, in 5 Jahren 500 elektrische Zustellfahrzeuge zu integrieren.

Der Kanton Tessin holt sich den goldenen Stecker für seine Massnahmen rund um die Elektromobilität, unter anderem wird im Tessin eine Prämie auf Elektroauto bezahlt, womit der Kanton derzeit neben dem Kanton Thurgau alleine ist auf weiter Flur.

Christoph Schreyer vom BFE hat die Gelegenheit genutzt die Roadmap 22 vorzustellen und hat das Laden als Infrastruktur, Probefahrten Events und Elektromobilität erleben, Ökologie der Elektromobilität als Kernthemen vorgestellt. Morgen gibt es mehr dazu, da werden verschiedene Massnahmen im Detail vorgestellt. Die Zahlen sind beeindruckend, denn die Massnahmen beinhalten einen grossen Aufbruch um bis 2022 einige Schritte weiter zu kommen in der Elektromobilität.

Der Tag endete mit dem Auftritt von 6 Politikern aus dem Nationalrat, die für alle Parteien vor Ort waren um den Auto-Abend an der Mobilitätsarena zu begehen. AGVS und Auto Schweiz hatten eingeladen zum Podiumsgespräch und Apéro um die Themen Auto und Mobilität zu betonen. Überraschungen gab es keine bei den Parteien vor Ort, im Gegenteil. Auto Schweiz betonte einmal mehr wie wichtig das Auto ist, während die Nationalrätinnen und Nationalräte die Haltungen ihrer Parteien betonten.

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