Kurztest und Vergleichsfahrt Audi E-Tron und Mercedes Benz EQC

Mercedes buhlt mit dem EQC 400 4Matic um die Gunst der Elektro-SUV Käufer und tritt mit dem neuen Elektroauto direkt gegen den Audi E-Tron an, der ebenfalls seit kurzem auf dem Markt ist. Der Zufall wollte es, dass ich zum Zeitpunkt meines Tests mit dem Audi E-Tron erfuhr, das mein Kollege den EQC von Mercedes Benz testen wird. Es war deshalb möglich, die beiden Fahrzeuge zusammen zu führen und direkt zu vergleichen.
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Der Vergleichstest startete in Matzingen bei der Landi, wo die grosse Schnellade-Säule wieder einmal den Betrieb verweigerte. Nach der Korrektur von Fehlermeldungen durch den Standort-Verantwortlichen konnte der EQC geladen werden, aber nur kurz weil die Präsenzzeit nicht ausreichte. Der Audi E-Tron musste nicht laden und war bereits gefüllt, deshalb fuhren wir mit den beiden Autos noch zum Ionity-Standort auf der Autobahn-Raststätte Kempthal.
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Dort konnten die beiden Fahrzeuge erstmals nebeneinander stehen und direkt verglichen werden. Dabei zeigte sich der EQC als der kleinere von beiden Riesen und hatte durch weniger Zerklüftung im Design auch weniger Aufdringlichkeit. Der EQC wirkt damit eher filigraner und sportlicher und das steht dem Fahrzeug gut. Zum Fahren war der EQC auf der kurzen Fahrt von Matzingen nach Oberwinterthur ganz okay, man kann nach so kurzer Vergleichsfahrt aber auch nicht viel sagen.
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Klar ist, der EQC ist gut verarbeitet und auch bei höheren Geschwindigkeiten gibt es kaum Reifenabroll- und Windgeräusche. Angetrieben wird der EQC von zwei Asynchron-Elektromaschinen, die es auf 300 kW / 408 PS und 760 Newtonmeter Drehmoment bringen. Dank des Allradantriebs hat der Elektro-Crossover eine gute Traktion.
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Das Vorankommen ist komfortabel und nicht zuletzt wegen der kaum vorhandenen Geräuschkulisse sehr entspannt. Mit den Wippen am Lenkrad kann man die Rekuperationsstärke zur Verzögerung einstellen und immer wieder umstellen, je nach Fahrweise oder auch Reichweitenangst. Die Mercedes-Techniker haben aber gegen die Reichweitenangst eine Spartechnik eingebaut, die heisst «Max Range» und sorgt dafür, dass man wirklich nicht stehen bleibt. Zusammen mit Navigation zur Ladesäule und der Reichweite sorgt eine haptische Grenze im Gas dafür, dass man abhängig von der Reichweite nicht zuviel Gas gibt.
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Im direkten Vergleich habe ich so etwas beim E-Tron von Audi nicht gefunden und im Navi des E-Tron werden die ganzen Verbrenner-Tankstellen eingeblendet, das ist nicht hilfreich. Immerhin kann der E-Tron mit den gleichen Werten glänzen wie der EQC, beide sind tolle Premium-Fahrzeuge mit eigener Ausrichtung, die sich durchaus behaupten werden. Der E-tron ist einfach noch deutliche 10 Zentimeter grösser und höher gebaut und viel zerklüfteter, der hat dann seine eigenen Fans wie auch der EQC fast als Kontrast-Programm dazu sehr rund gehalten ist. Beide Fahrzeuge sind eigenständige Produkte die unvergleichbar sind, da haben die Hersteller nicht voneinander abgekupfert.
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Bei beiden neuen SUVs merkt man aber sofort, dass die Entwickler kein Elektroauto auf die Beine gestellt haben. Zwar wird der verfügbare Raum ausgenutzt aber der vordere Kofferraum beim Audi (Frunk) ist nur mit zwei freien Händen zugänglich, man muss die Haube umständlich entriegeln und hat dann doch nur wenig Platz obwohl das Auto derart gross gebaut wurde. Das gleiche Problem hat der Mercedes EQC nicht, der hat gar keinen vorderen Frunk.
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Beim Kofferraumvolumen kommt der EQC mit gut 500 Litern ganz gut weg, der E-Tron schafft aber dann 660 Liter und beide Fahrzeuge können die Sitzlehnen umlegen und damit grosse Ladeflächen anbieten. Bei den grossen SUVs ist natürlich die Frage ob die permanent immer wieder gefüllt werden oder überhaupt je einmal der Kofferraum ausgelastet wird. Platz ist aber reichlich vorhanden.
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Müsste ich mich heute für einen der beiden SUVs entscheiden, ich würde wohl eher den Mercedes EQC nehmen, das hat dann eher damit zu tun das ich das Design von Audi etwas aggressiv genug finde.

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