AGVS beklagt die Wahlen als Schwächung der Autobranche

Die Deutlichkeit der «grünen Welle» und die Abwahl von zwei Gewerbepolitikern hat den Garagistenverband AGVS überrascht. Zentralpräsident Urs Wernli hofft nun auf eine «Klimapolitik mit Augenmass», schreibt der AGVS im jüngsten Mail an seine Interessenten.

Zu den Verlierern des Tages gehören leider auch die Vertreter des Schweizerischen Gewerbeverbands: Sowohl Gewerbeverbandspräsident Jean-François Rime (SVP, Freiburg) als auch Direktor Hans-Ulrich Bigler (FDP, Zürich) haben die Wiederwahl verpasst. Der AGVS sieht das als eine Schwächung an und befürchtet nun, dass die CO2-Themen in Zukunft noch mehr im Focus stehen.

«Die Grünen werden versuchen, den Klima-Schwung mitzunehmen», sagt er. Konkret: Die CO2-Reduktion werde noch schneller und höher verlangt und die Schweiz werde die europäische Linie voll übernehmen, befürchtet man beim AGVS.

Leider erkennt der AGVS immer noch nicht, dass die Themeninhalte der Umweltbelastung und Klimakrise sich nicht gegen das Gewerbe richten sondern insgesamt auf unseren Lebensraum konzentrieren und wir Gegensteuer zu geben haben, wenn wir überhaupt unser Leben weiterleben wollen. Es geht schon nicht mehr darum, unseren Enkeln in 100 Jahren eine intakte Umwelt zu übergeben sondern es geht darum, dass wir die letzten 50 Jahre masslos übertrieben haben und deshalb jede Minute zählt. Die Umweltforschung geht bereits davon aus das wir in 50 Jahren mit massiv heisseren Sommern zu leben haben und Unwetter drohen, die unsere Umwelt massiv verändern. Niemand geht davon aus das auch nur ein Gletscher überlebt, diese Gedanken sind bereits Schnee von gestern und das passt hervorragend zum schmelzenden Permafrost.

In diesem Zusammenhang ist bedauernswert das der AGVS sich nur mit der Belastung des Gewerbes und nicht mit den Chancen auseinander setzt. Nie hat man vernommen das die Dieselkrise Zusatzgeschäft generiert hat oder das man die Umweltbelastung bedauert die von höheren Schadstoffimmissionen ausgeht, man beklagt nur immer das die Branche behindert wird. Nicht ganz: Die Initiative Autoenergiecheck.ch trägt man mit, denn dort gibt es Zusatzgelder für Garagen die teilnehmen und das ist willkommen. Man weiss heute aber, dass die heutigen Motoren im Fahrbetrieb meist höhere Abgaswerte haben als zugelassen wurde, dazu müssten die Garagisten Stellung nehmen denn nur dort kann das geprüft werden. Der Hersteller hat mit den fahrenden Fahrzeugen nichts mehr am Hut, die AGVS-Mitglieder schon.

Es ist anzunehmen, dass der Verbrenner-Motor in 20 Jahren nicht mehr als Massenanwendung existiert. 2025 verbieten erste Länder den Diesel- und Benzinmotor für „normale“ Fahrzeuge, nur mehr Traktoren und Zugmaschinen werden dann noch Dieselmotoren haben dürfen. 2030 wird der Verbrenner bereits in der Hälfte der europäischen Länder verpöhnt sein und kaum ein Kunde wird damit herum fahren wollen.

Es ist zu bezweifeln, dass der AGVS dann noch ein Klagelied anstimmt, denn damit würde er sich selbst ins Abseits stellen.

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