Fahrbericht: Hyundai Kona Electric – genialer Kompakt-SUV mit Elektroantrieb

Der Hyundai Kona Elektro ist von Anfang an ein sehr gefragtes Elektroauto gewesen, denn der Kona ist das einzige Elektroauto mit einer Reichweite von nahezu 500 km und vor allem ein trendiger SUV. Das ist kein Nachteil wenn die Konkurrenz schläft und entweder kein Angebot in der Palette hat oder das Angebot zu teuer oder zu gross ist. Da der Kona auch noch Schnell-Ladefähig ist, sind viele Vorteile versammelt die mit einem attraktiven Preis abgerundet werden.

Hyundai hat schon mit dem Ioniq gezeigt, dass man Elektroautos technisch gut im Griff hat. Irgendwie ist es zwar immer noch nicht ganz durchschaubar, dass man die Modelle nicht auch nach Antrieben differenziert und somit eigentlich ein Modell mit allen Arten von Antrieben ausstattet und eine Erkennbarkeit schwer macht, auf der anderen Seite zeigt das Unternehmen so die grössere Kompetenz, denn man kann alle Antriebe in allen Autos, das ist auch eine Aussage.

Nun wie schon beim Ioniq gibt es auch den Kona als Benziner, Hybrid-Version und auch als reine Elektroversion und damit kann man sich beim Typ festlegen und dann noch prüfen, welchen Antrieb man bevorzugt. Allerdings sind so die Preise schon recht fragwürdig gestrickt, denn der Kona beginnt als kleiner Benziner mit 120 PS bei mageren 19’900 Franken und das ist eigentlich viel zu tief. Der Preis steigt dann stark an, je nach Motorisierung und auch Elektrifizierung bis auf 38’000 Franken bei den Verbrennern und bis auf 50’200.- Franken bei den reinen Elektroautos. Der Hyundai Kona Elektro positioniert sich als erstes elektrisch angetriebenes SUV in der Kompaktklasse und früher gab es das Fahrzeug in zwei Batteriegrössen von 39 und 64 kWh, heute gibt es nur die 64 kWh-grosse Version mit zwei Ausstattungslinien.

Während Hyundai behauptet die WLTP-Reichweite liege bei 449 km, kommt der ADAC auf eine Reichweite von 375 Kilometer und ich auf eine Durchschnittsreichweite von 420 bis 430 km.

Sparmeister Hyundai Kona!
Auf einer speziellen Sparfahrt hat der Hyundai Kona Electric dann wirklich gezeigt das die WLTP-Reichweite nur ein Klacks ist, nach zwei Stunden defensiver Fahrweise waren 8.4 kWh auf 100 km auf dem Display ablesbar. Das ist ein Wert den noch kein anderes Fahrzeug wirklich erzielte und für einen SUV ist das ein fantastischer Wert. Mit einem Verbrauch von 8.7 kWh/100 km war an diesem Tag dann Ende Durchschnitt und damit könnte der Kona mit 64 kW grossem Akku natürlich 735 Kilometer weit fahren, auch das ist ein fantastischer Rekord.

Kommt hinzu, dass man mit den 150 kW/204 PS Motorleistung keineswegs unterlegen ist, man hat ein kräftiges Drehmoment und kann wirklich fast jede Strecke und Entfernung bestens bewältigen. Mit seinen 200 Pferden kann der Kona elektric in 7,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h beschleunigen und erst bei Tempo 167 km/h ist er dann am Anschlag.

Genial eigentlich was die Ingenieure mit dem Rekuperieren gemacht haben. Der Kona kennt mehrere Stufen der Rekuperation und das kann man mit Lenkradpaddeln einstellen. So kann man je nach Fahrstrecke etwas anziehen oder lockerer lassen und somit mithelfen, die Reichweite zu steigern.

Langstrecke mit Sparsamkeit kann er also gut der Kona, er kann auch ganz gut mithalten. Die Batteriekapazität und die Fahreigenschaften eignen sich bestens um die Schweiz zu durchqueren, der Kona ist ein sehr gutes Beispiel wie ein Elektroauto Geräumigkeit, Nutzlast und Familientauglichkeit mit dem Alltag zu kombinieren hat.

Auf der Autobahn kommt aber dann ab Geschwindigkeit 110 km/h schon auch der Effekt hinzu, den alle Elektroautos mit hohen Geschwindigkeiten haben, der Verbrauch steigt stark an und die Reichweite kann dann durchaus schmelzen, allerdings nun schon nicht derart extrem wie das beim Audi E-Tron passiert ist. Dort halbiert sich die Reichweite bei 120 km/h, beim Kona hat man das Gefühl man verliert rund ein Drittel der Reichweite bei schneller Fahrt.

Aufgefallen ist mir, dass der Kona electric mit allen Extras ausgestattet ist die man sich wünscht und noch einigen mehr, die man auch weglassen würde, müsste man diese zahlen. Sicher eine gute Sache ist der Tempomat, allerdings hat der ein dickes Manko eingebaut, in dem er Verkehrsschilder liest und relativ deutlich anzeigt, wenn man zu schnell unterwegs ist. Zudem kann der Tempomat nicht gut damit umgehen, wenn man das Tempo steigert ohne den Tempomat zu stellen. Da geht ein Ruckeln und Zupfen los, weil sich das Auto korrigieren will und doch nicht korrigieren darf.

Der Stromverbrauch von 8,7 kWh ist Topp, im Alltag bin ich aber meist mit etwa 14 bis 15 kWh pro 100 km gefahren. Die 64-kWh-Batterie des Kona Elektro kann man serienmässig mit Wechselstrom (AC, Typ 2) und Gleichstrom (DC, Steckertyp CCS) laden. Ein Ladekabel für Schuko ist dabei, ebenso das Kabel für die Typ 2 Stecker. Beide Kabel kann man im Kofferraum in einer Tasche verräumen oder ins untere Fach legen.

Mit Schuko kann man übrigens das Auto in rund 30 Stunden füllen, mit AC über CCS geht es etwa eine bis eineinhalb Stunden und dann ist man zu 80 % gefüllt.

Die Verarbeitung hat mir bestens gefallen, Hyundai kann Autos bauen, das ist Tatsache. Im Innenraum dominieren Plastikverkleidungen, die aktzeptierbar sind aber nicht sonderlich hochwertig wirken. Das Cockpit ist inzwischen auch schon digital, ein frei stehender 8-Zoll-Monitor sowie eine Rückfahrkamera übernehmen die Fahrerinformation.

Das Platzangebot im nur 4,17 Meter langen Kona ist nicht gerade üppig, dafür ist das Auto gut zu handeln und extrem kompakt. Der Kofferraum fasst 330 Liter, mit umgeklappten Sitzen hinten sind es dann 1’114 Liter Gepäckvolumen.

Der Permanentmagnet-Synchronmotor im Kona electric wirkt auf die Vorderräder und der Schub kommt recht linear, wenn man stark beschleunigt. Das Fahrwerk ist recht wankstabil und gut strukturiert, auch sportlich kann man mit dem Kona unterwegs sein. Allerdings muss man dann bei schneller Fahrt auch aufpassen, die Bremsen sind nicht unbedingt bei den Besten dabei.

Technische Daten
Hyundai Kona Elektro (64 kWh) Vertex
Motor Permanentmagnet-Synchronmotor, Lithium-Polymer-Akku
Leistung 150 kW/204 PS, 395 Nm ab 1 U/min
Antrieb Frontantrieb mit einstufigem Reduktionsgetriebe
Fahrleist. 7,6 s auf 100 km/h, 167 km/h
Verbrauch 14.5 kWh/100 km, Reichweite: 449 km
Leergew. 1760 kg
Maße L 4,18/ B 1,80/ H 1,57 m
Preis 52’000 Franken

Mein Fazit: Der Kona electric zeigt, dass Elektroautos sehr viel Spass machen können ohne das man gleich in die Hunderttausend-Franken Region abdriften muss. Es geht auch mit der Hälfte der Summe und das der Kona auch ein SUV ist, zeigt den Trend. Die Fahrleistungen sind in Ordnung und sportlich genug, die Reichweite ist gigantisch.

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