Nissan denkt an Trennung von Renault

Bei Nissan ist seit der Verhaftung von Ex-Renault-Chef Carlos Ghosn nicht mehr viel im Lot was Renault betrifft. Nissan-Chef Makoto Uchida denkt offenbar über ein Ende der Zusammenarbeit nach, berichtet die „Financial Times“. In Japan arbeitet man daran, die Kooperation bei Entwicklung und Produktion zu beenden. Auch die Flucht von Ghosn aus Japan und die öffentliche Begründung, in Japan werde Recht und Ordnung nicht gleich verstanden wie in der restlichen Welt, haben diese Lösungspläne zugespitzt.

Der frühere Manager Ghosn war kurz vor Silvester aus Japan geflohen, wo er unter Hausarrest stand. Er wurde im November 2018 verhaftet, weil er sein Gehalt nicht korrekt angegeben hatte. Carlos Ghosn hatte in beiden Unternehmen wichtige Sanierungen umgesetzt aber sich auch bereichert, findet die Justiz, deshalb muss er vor Gericht. Er selbst sieht das anders und er hatte sich vor Silvester aus Japan schmuggeln lassen wo er unter Hausarrest stand.

Obwohl man vor kurzem noch vernehmen konnte das man sich neu zusammenfinden will, gehört dazu auch eine Einigkeit und die fehlt derzeit. Heute hat Renault mehr als 40 Prozent der Nissan-Aktien, die Japaner umgekehrt aber nur 15 Prozent von Renault. Da Nissan aber besser verkauft und mehr Gewinn erzielt, findet man in Japan die Allianz nicht mehr ausgeglichen.

Aktuell gibt es keine Tendenz zur Trennung. Eine solche Trennung der seit mehr als 20 Jahren bestehenden Auto-Allianz wäre zudem schwierig. Die gemeinsamen Entwicklungen könnte man zwar noch auseinander nehmen, das wäre aber kompliziert. Hinzu kommt die Frage, ob Nissan überlebensfähig ist ohne Partner.

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