Genf 2020: Letzte Ausgabe kurzerhand gestoppt

Der Genfer Automobilsalon hat im Jahr 2020 ein unrühmliches Ende gefunden und damit gezeigt, dass die Genfer Veranstalter in den Palexpo-Hallen nicht genügend stark sind, dem Markt zu folgen. GIMS Test-Drive in der Halle 7 und GIMS VIP Day waren Ideen, die diesjährige Ausgabe erstarken zu lassen aber der corona-Virus machte alles zunichte und der Bundesrat hat der Veranstaltung kurzerhand mit einem Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen den Riegel vorgeschoben. Wie der Sonntagsblick nun berichtet, ist das aber nur die halbe Wahrheit und es wäre am Freitag auf jeden Fall zur Absage gekommen, denn gleich mehrere grosse Autokonzerne wollten gar nicht mehr antreten. Die ganze Woche über wurde mehrfach von Genf ein Stopp gefordert, vor allem als bekannt wurde das in Italien das Virus grassiert und die italienischen Marken nicht fernbleiben wollen. Mehrere grosse Konzerne hatten für den Freitag Nachmittag die Absage geplant, weil man Personalprobleme hat und auch mutmassen musste, dass die Journalisten und Gäste zu Hause bleiben, selbst wenn die Messe öffnet.
Der Bundesrat hat mit dem Verbot von Veranstaltungen vorderhand die Messegesellschaft geschützt, denn die musste nun aufgrund von höherer Gewalt die Messe absagen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn erste Unternehmen hatten schon am Donnerstag entschieden, ihre Stände in Genf wieder abzubauen und viele Exponate die am Freitag angeliefert werden sollten, wurden noch vor den Hallen abgefangen und zurück gesandt, notabene bevor die Messe abgesagt wurde. Glücklich mit dem Entscheid ist vorderhand niemand aber alle fragen sich nun, was mit dem Millionenschaden passiert, der in Genf entstanden ist. Alle Aussteller haben investiert, die Messe hat investiert und auch viele Medien haben bereits investiert und Zimmer gebucht und vieles andere mehr.
Die Messe sieht sich nun nicht in der Verantwortung und obwohl etliche Personen seit Wochen gewarnt haben man müsse früh genug den Stecker ziehen, hat die Palexpo bis am Schluss den Plan gehabt, die Messe kommende Woche stattfinden zu lassen. Die Forderungen der Autokonzerne nach einer frühen Absage wurden ignoriert und nur jene inzwischen 20 Marken die frühzeitig ferngeblieben sind oder gar nicht an die Messe gehen wollten, sind nun halbwegs aus dem Schneider. Alle anderen Aussteller wollen nicht nur ihr Geld zurück sondern auch einen Schaden geltend machen, die Frage ist nur wer das Ganze trägt.
Dem Vernehmen nach haben auch schon etliche Konzerne angekündigt, dass Genf das letzte Mal in der Agenda stand und das dürfte dann vielleicht noch viel grössere Auswirkungen auf die Palexpo haben als der Corona-Virenstamm. Denn wenn es nicht gelingt die grossen Player zu besänftigen, werden die grossen Konzernchefs dem Standort eine Absage erteilen und die jährliche Austragung GIMS ist dann mit der 89. Ausgabe vor einem Jahr in die Geschichte eingegangen.

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