Fahrbericht: Tesla Model S on Tour in St. Gallen

Tesla tourt derzeit durch Europa und stellt in allen grösseren Regionen den neuen Model S nicht nur vor sondern auch zur Probefahrt zur Verfügung. Werbung dazu macht man nicht viel, denn Tesla ist bereits so bekannt das viele Leute sich auf die Termine stürzen um das elektrische Fahrkonzept von Tesla zu erleben.

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Als Autojournalist auf dem Platz St. Gallen wurde ich von Tesla dieser Tage eingeladen, die Tournee vorab zu nutzen um das Model S zu erleben. Offiziell kommt Tesla erst am Freitag und Samstag nach St. Gallen, für Journalisten und um die Lokation kennen zu lernen war man aber schon heute vor Ort. Für Tesla-Fans kommt das Model S am 22. und 23. August 2014 nach St. Gallen ins Hotel Einstein und wer eine Probefahrt machen will muss sich sputen, denn die Plätze sind schon fast alle vergeben.

Anmelden kann man sich unter:

http://www.teslamotors.com/de_CH/event/experience-model-s-st-gallen

  • Bitte geben Sie Ihre bevorzugte Uhrzeit im Kommentarfeld an
  • Der Termin wird Ihnen von einem Tesla Mitarbeiter bestätigt
  • Ein Tesla Team Mitglied wird die Testfahrt begleiten, um alle Fragen zu beantworten und Ihre Fahrt im Model S zu einem ganz besonderen Erlebnis zu machen

Weil ich obige Bedingungen kannte war ich ganz überrascht: Journalisten dürfen nicht nur eine halbe Stunde sondern eine ganze Stunde Tesla fahren, das Modell auswählen und gar noch ganz alleine unterwegs sein. Das war ein besonderes Erlebnis, das schon mal vorweg!

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Model S steht laut offizieller Ankündigung für die erste rein elektrische Premium-Limousine, die den Weg ins 21. Jahrhundert vorzeichnet. Von Grund auf als reines Elektrofahrzeug konzipiert ist der Tesla Model S mit viel Komfort und vielen neuen Ideen ausgestattet. Platz gibt es mehr als man braucht, denn einen Motor im herkömmlichen Sinne sucht man vergeblich. Schon am Genfer Autosalon beeindruckte mich die Form aussen und die Form innen, denn die Limousine ist ein vollwertiger 5-Plätzer mit beeindruckend grossem Kofferraum vorne(!) und hinten(!).

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Vorne gibt es 150 Liter Stauraum für Einkäufe, Gepäck und anderes mehr, hinten gibt es satte 1640 Liter Kofferraum – da muss sich manch Sport-Kombi verstecken weil man nicht mithalten kann. Mehr noch: Wer will kann im Kofferraum zwei nach hinten gerichtete Sitze montieren, da finden zwei Kinder entspannt viel Platz womit der Model S zum 7-Sitzer wird. Im eigentlichen Sinn ist der Model S aber kein 7-Sitzer, denn er macht alleine einfach am meisten Spass. Denn neben viel Platz bietet der Tesla mit seiner beeindruckenden Aussenform auch sehr viel Power und diese Power von bis zu 476 PS abzurufen bringt noch manchen Mitfahrer in Bedrängnis.

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Konzentrieren wir uns vor den Fahrerlebnissen aber zuerst auf die Technik. Tesla baut Emmissionsfreie Autos ohne Benzinverbrauch. Das ist seit dem dem ersten Tesla so und man hat immer darauf geachtet, möglichst viele Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Die Konzentration auf Elektromotoren hat bislang zu geringen Reichweiten geführt, bei Tesla ist die Reichweite gar nicht mal so klein: Offiziell kann man mit dem Tesla bis zu 502 km weit fahren, in der Regel sind es aber wohl etwa 300 km sichere Reichweite die je nach Streckenprofil dann auch länger wird, weil man beim Bremsen und Rollen Energie gewinnt.

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Die Batterie des Model S ist zugleich der Boden des Autos, dadurch ist der Platzgewinn beträchtlich. Der Antrieb, der zwischen den Hinterreifen Platz findet, ist bei der Nutzung der Energie im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren drei Mal effizienter. Tritt man aufs Gaspedal erreicht der Model S in 6,2 oder 5,6 oder 4,4 Sekunden 100 km pro Stunde, ohne dabei auch nur einen Tropfen Benzin zu verschwenden. Die abrufbare Power ist enorm und die Leistung ist eine Kombination von Batterie und Motorisierung.

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Es gibt drei verschiedene Leistungseinheiten, denn von Motorisierungen kann man nicht sprechen. Der 60 kwh starke Tesla Model S bietet eine Reichweite von 390 km (geprüft) und beschleunigt in 6.2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die abrufbare Leistung liegt bei 387 PS.

Der 85 kwh starke Tesla Model S bietet eine Reichweite von 502 km (geprüft) und beschleunigt in 5.6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die abrufbare Leistung liegt bei 387 PS.

Das dritte Model ist der Tesla Model S performance und der bietet eine Reichweite von 502 km (geprüft) und beschleunigt in 4.4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die abrufbare Leistung liegt bei 476 PS.

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Alle drei Modelle haben einen Energieverbrauch von 18.1 kwh/100 km und sind CO2-frei. Die Autos bieten eine Garantie von 8 Jahren wobei die Batterie eingeschlossen ist und die Reichweite bis zu 200’000 km betragen darf, wenn man das günstigste Modell mit 65 kwh nimmt. Die beiden 85 kwh starken Model S-Versionen haben unbegrenzte Kilometer in der Garantie! Die Preise starten bei 71’000 Franken, das Top-Modell 85 kWh Performance gibt es ab 95’000.- CHF. Die Autos sind dann recht abgespeckt, das Top-Modell mit allen Optionen kann man auch für bis zu 130’000 Franken ordern, wenn man die Extras alle einbauen lassen will.

Sicher ist, der Tesla Model S ist beeindruckend schon bevor man losgefahren ist. Der 17 Zoll (!) Touch Screen Monitor bietet alle Fahrzeugeinstellungen fein abrufbar, vom Licht bis zu den Memory-Funktionen mit Fahrer-Erkennung gibt es enorm viel Einstellmöglichkeiten. Allen Einstellmöglichkeiten gemeinsam ist die GSM-Karte im Auto, jedes Tesla-Fahrzeug bietet Full Connectivity und Internet an Bord. So kann man mit dem grossen Display als Navi fahren oder doch lieber Google Maps als Karte aufrufen, ganz wie man will. Man kann auch das Display teilen und Radio oder Internetsender lauschen und gleichzeitig die Fahrzeug-Verbrauchswerte abrufen und im Navi stöbern. Die Nutzungen sind enorm vielseitig, während der Fahrt sollte man damit aber nicht zu viel spielen, wenn man in der Spur bleiben will.

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Wie er sich fährt? Fantastisch.
Meine Stunde mit dem Tesla nutzte ich im weissen Model S 85 kWh ohne Performance, ich hatte also „nur“ 387 PS an Bord. Diese 387 PS stehen aber für 440 Newtonmeter und solche Leistungen gibt es in anderen Autos nur mit V8-Motoren. Beim Tesla Model S kommt diese Leistung rein elektrisch und vollkommen ohne Geräusch auf die Strasse, das versetzt viele Beobachter ins Staunen. Die schöne Aussenform und die fehlende Geräuschkulisse ist zwar in einer Stadt nicht ungefährlich aber bei meinem Testdrive erntete ich vor allem viel Aufmerksamkeit.  Gefährlich wird es, wo sich Radfahrer, Fussgänger und Autos begegnen. Denn der geräuschlose Tesla wird nicht gehört und ist dann einfach da ohne das Velofahrer und Fussgänger das Auto vorher gehört haben. Die Abrollgeräusche an sich kann man ja schon vernehmen aber die nimmt man nicht als Gefahr auf.

Mein Testdrive führte mich nach Speicher, Teufen und wieder zurück, wobei ich in der Kreuzbleiche auch noch die Autobahn nutzte um einmal Gas zu geben. Mit seinen 387 PS Leistung beschleunigt der Elektrosportler in 5.6 Sekunden auf hundert und wer nicht aufpasst ist auch schnell viel höher. Bis 200 km/h schafft der Tesla S, darüber hinaus macht es keinen Sinn weil die Energieflüsse die Reichweite schnell schmelzen lassen.

Die Fahrteindrücke sind nach einer kleinen Eingewöhnung fantastisch, das Fahrverhalten ist sehr sportlich. Gewöhnungsbedürftig ist die leichtgängige Lenkung, andere Autos in dieser PS-Klasse haben da einen Tonnen-schweren Motor an Bord der bei Tesla fehlt. Man gewöhnt sich aber an die leichte Lenkung und stellt fasziniert fest, dass man sich wirklich fast wie in der Zukunft fühlt. Die Kraftentwicklung des Elektromotors wirkt auf die Hinterachse und man kommt sich schnell wie in einem tiefliegenden Flieger vor, weil die Geschwindigkeitsentwicklung derart entfaltend ist. Man tut gut daran den Tacho stets im Auge zu haben denn sonst ist man hierzulande schnell ausserhalb der Geschwindigkeitsvorschriften.

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Kurvenlage und Fahrdynamik sind mehr als sportlich und trotzdem schluckt das Fahrwerk die meisten Unebenheiten. Man gleitet im Tesla dahin wie in einem Schienenfahrzeug und hat derart viel Reserven dabei, dass man sich durchaus viel schneller in die Kurven traut als in anderen Fahrzeugen. Die ideal ausbalancierte Gewichtsverteilung ist Garant für eine Performance die sich auch auf der Rennstrecke sehr gut machen würde. Berücksichtigt man die geringen Verbrauchskosten für Strom kann man mit dem Tesla eine Leistung von hunderten von Pferdestärken mit Kosten von wenigen Franken auf die Strasse bringen. Vielen tausenden von Kunden in der ganzen Welt macht das heute schon Freude, viele tausend Kunden werden noch folgen. Letztes Jahr hat Tesla immerhin schon 22’500 Autos verkauft, dieses jahr sollen es 35’000 Autos werden.

Kaufen kann man die Teslas aber nicht auf herkömmlichem Weg. Es gibt zwar einen Store in Zürich, Genf und Basel, die Bestellungen kann man aber besser im Internet aufgeben. Man leistet eine Anzahlung und muss nach Bestellungsunterzeichnung rund 4 Monate warten aber auch diese Wartezeit geht vorüber.

Wie Tesla auf der Homepage schreibt will man in Bälde (Coming soon) in Bern und St. Gallen einen Store eröffnen. Heute weiss man davon aber noch nichts, deshalb muss man da nicht die kommenden Monate mit einer solchen Niederlassung rechnen.

Gewagte Prognose:
Tesla ist ein Weg in die Fahrdynamische Zukunft. Denn auch wenn man Benzinmotoren und Diesel optimiert, einen Verbrauch wird es immer geben. Strom ist hierzulande eine feste Kraft auf die man die nächsten Jahrzehnte durchaus setzen kann. Man wird die Stromproduktion lokaler machen und mit besserer Wirkung von Sonnenkollektoren später einmal mit wenigen Quadratmetern Autos aufladen können. So gesehen wird der Kreislauf lokaler, die Abhängigkeit von Atomstrom hoffentlich bald beendet. Deshalb machen Strom-Autos sehr viel Sinn, gerade wenn diese so gut performen wie die Model S. Ich gratuliere schon heute jedem der sich ein solch tolles Auto leistet. Model S – finde ich gut.

Alle Fotos vom Testdrive: https://plus.google.com/u/0/photos/108678166096574454776/albums/6049722721204012913

www.teslamotors.com

1 Kommentar

  1. Eine Reichweite von 500 Kilometern für ein Elektroauto ist schon genial, insbesondere wenn man bedenkt, dass e-Autos wie der e-Golf oder der i3 nur einen Bruchteil davon schaffen. Selbst mit dem Range Extender kommt man hier nicht annähernd an diese Reichweite heran. Ohnehin ist der Tesla S für mich persönlich designtechnisch das schönste Elektroauto auf dem Markt und bei mir die erste Wahl, wenn ich mir irgendwann eines zulege.

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