Fahrbericht: Jeep Renegade – klein aber nicht kleinlich

Jeep ist eine Marke die schon immer polarisiert. Entweder man mag den amerikanischen Stil oder man mag ihn nicht. Das Design war über alle Jahre hinweg kaum einmal filigran, meist eher Robust ausgelegt. Nun bringt Jeep unter der neuen Führung der Fiat Chrysler Group den Renegade und der hat ganz neue Gene an Bord.

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Das neue Modell Renegade sieht ein wenig aus, als ob es auch die Spielzeugindustrie interessiert. Etwas verspielter als andere Modelle und extravaganter gestaltet im Detail. Das Design stammt unverkennbar vom US-Autobauer Jeep und mit 4,24 Meter Länge ist der Wagen das bislang kleinste Modell, das die Marke je gebaut hat. Das liegt daran, dass die Plattform von Fiat stammt und auch den Fiat 500 L trägt. Diese Fiat-Gene sind unverkennbar vorhanden und der Renegade deshalb auch ein wenig der amerikanische Revoluzzer, der etwas anders ist.

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Jeep betont: Der Renegade ist ein echter Geländewagen und kein Crossover oder aufgebockter Kleinwagen.

Ganz bewusst geht Jeep beim Renegade aber in die günstige Tiefe des Angebotes, den Renegade gibt es nicht nur als Allradler sondern auch mit reinem Frontantrieb und dann ist er deutlich preiswerter. Denn er soll auch Kunden abholen die sich bislang aus Sparsamkeit gegen diese Welt sträubten.

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Das der Jeep Renegade deutlich mehr kann als günstig zu sein durfte ich in einer kurzen Probefahrt erleben. Der von mir getestete Renegade 2.0 CRD mit Dieselmoor hatte nur gerade mal 140 PS, das manuell geschaltete 6-Gang-Getriebe und der kräftige Durchzug sorgen aber für gute Kraftentfaltung. Zum losfahren gibt es aber bereits die erste Überraschung, denn die Handbremse ist trotz Kleinwagen-Charakter elektronisch gesteuert und die löst sich auch im geschaltenen Jeep nicht von selbst – sondern erst wenn man die Bremse drückt. Da fühlt man sich dann schnell als Anfänger, probiert man doch trotzdem den Wagen zum Losfahren zu bewegen und er bewegt sich doch nicht.

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Die Ausfahrt gestaltete sich aber recht angenehm, Gasannahme und Schaltvorgänge sind bestens justiert. Die Vordersitze sind in der Leder-Ausstattung eher genügend hart aber da gewöhnt man sich dran bzw. das ist zum Teil auch der Robustheit geschuldet. Denn Sofa-weiche Sitze würden zum Auto nicht passen. Die Sitz- und Lenkrad-Verstell-Möglichkeiten sind vielfältig, die meisten Fahrerinnen und Fahrer werden sich im Renegade sicher wohl fühlen.

Das Fahrwerk ist robust gehalten, die Kurvenlage trotz hohem Schwerpunkt kaum von Seitenneigung beeinträchtigt. Beim Anfahren und Bremsen neigt der Renegade schon zum leichten einnicken aber das ist auch den ersten Kilometern geschuldet. Sobald man einige Runden gefahren ist, gewöhnt man sich an Kupplungs-Schleifpunkt und schafft sanftere Übergänge.

Wie erste Testfahrer aus dem Gelände berichten ist der Renegade ein echter Kletterer, mangels Waldwegen auf meiner Tour habe ich diese Eigenschaften nicht getestet. Genau angesehen habe ich den Rauminhalt, da bietet der kleine Jeep extrem viel Platz. Auch ich kann mit 1.85 Metern hinten bestens Platz nehmen und ich traue dem Auto auch zu, dass er zu fünft ganz gut genutzt werden kann.

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Gebaut wird der neue Jeep Renegade in Neapel im Werk Melfi. Deshalb habe ich die Verarbeitung ganz genau angeschaut, zu oft habe ich schon Autos aus Melfi gesehen wo die Spaltmasse nicht so perfekt waren. Beim Renegade habe ich keine schlachte Verarbeitung entdeckt, die Spaltmasse stimmen rund um das Auto und man sieht dem Auto auch gar nicht an, dass der noch nicht lange gebaut wird.

Sicher interessant ist der Renegade für all jene die den Überblick auf der Strasse suchen und ein praktisches Auto bevorzugen, bei dem die Leistung und der  Preis überein stimmen. Es gibt ihn mit 110 PS aus einem 1.6 Liter Benzin-Motor und es gibt Ausführungen mit 9-Gang Automatik-Getriebe und 170 PS aus dem 2.0 Liter Diesel-Motor. Der Preis startet bei 24’950.- CHF und geht hoch bis 39’850.- CHF. Dazu gibt es dann noch sehr viele Extra-Pakete und Zusatzausrüstungen für Gelände oder die urbane Nutzung.

Die Fotos vom Renegade-Testfahrzeug und seinen Geschwistern: https://plus.google.com/photos/108678166096574454776/albums/6075028808323998225

 

1 Kommentar

  1. Das neue Design des Renegade gefällt mir sehr gut und sticht immer noch positiv aus der Masse der SUVs heraus, die sich alle so stark ähneln. Ich mag ohnehin das kantige, rauhe Design sehr gern und die unverwechselbare Front sowieso, die man vom Jeep gewohnt ist. Dass man sich hier für etwas weichere Formen entschieden hat, ist wahrscheinlich den Wünschen der Kunden geschuldet, aber meiner Meinung nach ist der amerikanische Stil immer noch gut erkennbar und man hat eine schöne Kombination geschaffen.

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