Fahrbericht: Mitsubishi Outlander PHEV – Tolles Konzept!

Nun konnte ich endlich einmal den neuen Mitsubishi Outlander PHEV testen. Der erste Hybrid-SUV mit Plug-in-Technik, der es zur Serienreife schaffte. Mitsubishi hat damit einen Grosserfolg erzielt und in einigen Ländern einen Boom erlebt bei den Zulassungszahlen, denn der PHEV ist als alternatives Fahrzeugkonzept sehr überzeugend. Auch mich hat die Technik voll begeistert, denn Stromautos gibt es schon etliche, eines schöner als das andere… aber so toll wie der Outlander habe ich Stromkonzepte bislang noch nicht erlebt.

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Der Mitsubishi Outlander ist mit Plug-in-Hybrid-Technik seit einem knappen Jahr auf dem Markt. Damit ist es nicht mehr ganz neu und es hat kleine Schwächen, die Gesamtkonzeption ist aber mehr als gelungen. Seit längerem wollte ich den PHEV einmal Probefahren oder einem Pressetest unterziehen, denn neue Technologien sind für mich ein Hit. Mitsubishi Schweiz hat mir nun einen Outlander PHEV zur Verfügung gestellt und ich habe diesen nur ungern wieder zurück gegeben. Der Outlander PHEV gehört für mich zu jenen Fahrzeugen die sich überzeugend in Szene setzen. Nicht nur die Preisgestaltung, die Technik und die Fahrdynamik überzeugen, auch der Verbrauch mit mageren 4.4 Litern Benzin ist sehr eindrücklich. Auch wer ein sparsames Auto fährt kann da nicht mithalten, der PHEV ist in der Regel ein Drittel günstiger unterwegs als jedes andere Auto das ich kenne.

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Das Design ist eher unkomod gehalten und man hat viel Geld in die Technik investiert und den Outlander eher als Allerwelt-Auto gestaltet. Das steht dem Auto ganz gut, man könnte aber durchaus etwas mehr Pep in die Gestaltung bringen. Auf dem Pariser Autosalon hat Mitsubishi kürzlich dazu auch Designideen präsentiert, die einem Nachfolger oder einer Facelift-Version durchaus gut stehen würden.

Die Technik der Motoren ist genial
Der Outlander ist ein echter SUV mit Allrad-Technologie und wuchtiger Form mit erhöhter Bodenfreiheit. Auch als PHEV werden vier angetriebene Räder offeriert, allerdings ist der Antrieb vollkommen anders gestaltet als bei herkömmlichen Allrad-Autos. An der Vorderachse arbeitet ein Elektromotor mit 60 kW Leistung, dieser gibt ein maximales Drehmoment von 157 Newtonmeter ab. An der Hinterachse arbeitet ebenfalls ein Elektromotor, der gibt 60 kW ab und bringt es auf 195 Nm. Der im Motorraum verbaute 2.0 Liter Benzinmotor schaltet sich bei Bedarf hinzu und kann entweder als Unterstützung oder als Vortriebs-Einheit arbeiten. Der Motor liefert 121 PS und auch als Generator kann man den Motor verwenden, wenn man die Batterien wieder aufladen will. Das ist aber nicht so sinnvoll, denn mit Strom aus ökologischer Produktion fährt man deutlich grüner und viel günstiger.

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Laut Mitsubishi kann der voll am Stromnetz geladene Outlander PHEV rund 52 Kilomter weit fahren, ohne Benzin zu verbrauchen. Im Alltag stellt sich dieser Wert als Optimismus heraus, denn meist schafft der Outlander rund 35 Kilometer wenn man normal damit fährt und den Alltag im Auto lebt. Extreme Sparakrobatik kann dann schon 5 oder 10 Kilometer mehr heraus zaubern aber zeitnah vorwärts kommt man dann nicht. Auch die Elektronik und die Klimaanlage fordert Strom, deshalb muss man bei Sparaktrobatik auch die Heizung und die Klimaanlage abschalten.

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Wer den Outlander einfach nur nutzt um zu pendeln und eine Strecke von in meinem Fall 13 Kilometer pro Weg zurück legt, kann lange ohne Benzinmotor durchs Land fahren. Eine Pendelstrecke von 40 Kilometer mit Stromtankstelle am Arbeitsplatz ist ebenso ideal wie mein Weg von 26 bis 30 Kilometer bei dem ich unter Tag nicht auflade und erst wieder zuhause an der Steckdose nachtanke. So macht der Hybrid-Outlander extrem gute Laune, denn der Benzinverbrauch fehlt nahezu. Auch der Arbeitsweg mit einem summenden Elektromobil ist eine feine Sache, sehr viel entspannender als sportliche Autos. Meist ist man ja eh zwischen Vorder- und Hintermann unterwegs. Der Geräuschpegel ist derart gering das sich Mitsubishi entschloss, dem Fahrzeug einen Sound zu gönnen. Wer in der Stadt oder im Parkhaus mit niedriger Geschwindigkeit unterwegs ist, macht sich durch ein auf- und abschwellendes Summen bemerkbar. Dieses Summen zaubert den Leuten auch des öftern ein Lächeln auf die Lippen, vor allem wenn man das grosse Auto bemerkt.

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Obwohl ein hochbeiniger Allradler, ist das Fahrverhalten extrem gut, die Seitenneigung wurde von den Ingenieuren massiv eingedämmt. Das Beschleunigungsverhalten mit den zwei Elektromotoren ist gediegen, auch zusammen mit dem Benzinmotor wird der grosse SUV nicht zum Jäger. Das würde auch nicht passen, aber man kann betonen, dass der Outlander auf den meisten Strecken mit allen Autos ausser zweisitzigen Sportwagen mithalten kann. Die Sitzposition ist auf allen 5 Plätzen gut, die Rückenlehnen der hinteren Sitzbank kann man gar verstellen. Weil die Batterie im Fahrzeugboden verbaut ist nimmt diese nicht viel Platz weg. Deshalb kann der Outlander 463 bis 1472 Liter Laderaumvolumen anbieten. Auch Anhängelasten von 1500 Kilogramm kann der Outlander PHEV bewältigen und das ist neu bei einem Plug-in-Hybrid.

Der PHEV fährt grundsätzlich elektrisch an. An Kreuzungen und Ampeln ist deshalb nur Ruhe zu vernehmen. Bis zu 125 km/h reicht der Elektro-Antrieb, erst darüber oder wenn man mit Kickdown viel Leistung abruft, kommt der Vierzylinder hinzu. Oder er springt an, um den Akku zu laden, damit beim nächsten Start genügend Energie bereitsteht. Oder er arbeitet für die Heizung, denn ein kalter Outlander heizt mit dem Benzinmotor.

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Elf Sekunden benötigt der Sprint von 0 auf 100 km/h, das Spitzentempo wird elektronisch auf 170 km/h begrenzt. Die Arbeit der drei Motoren ist harmonisch, man bekommt davon bei normaler Fahrt kaum etwas mit. Durch das hohe Gewicht von 1885 Kilogramm bekommt vieles eine andere Dimmension, auch die 205 PS Systemleistung als kombinierter Antrieb mit Elektro- und Benzinmotor ist durch das hohe Gewicht nicht so dynamisch. Mit einem Tankinhalt von 45 Liter Benzin und geladenem Akku ist eine Reichweite von gut 800 Kilometern möglich, das reicht für fast alle Einsatzzwecke.

Aufmerksamkeit erfordert die in fünf Stufen regelbare Rekuperation. Gerade im stockenden Verkehr oder vor Ampeln und Kreuzungen kann mann den Hybrid so fast ohne Bremsen anhalten lassen. Die Stufen sind über den Ganghebel oder auch Lenkradpadel wählbar, so kann man die Batterien wieder aufladen. Gerade wer am Berg wohnt wird feststellen das man nach zehn Kilometern Abwährtsfahrt sehr viel Strom nachgeladen hat.

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Der Outlander PHEV ist sehr praktisch zu nutzen, einfach im Sparen und ökonomisch unterwegs. Der Anschaffungspreis von 49’999.- für die weniger gut ausgestatte Version Intense ist sehr attraktiv, mit der Navigator Ausstattung werden 56’999.- Franken verlangt. Etwas nervig ist der Spurhalteassistent mit seinem dreimaligen Piepen und der Reaktion bevor man an der Mittelline angelangt ist, das kann man aber abschalten. Im Display kann man sehr gut die Daten der aktuellen und letzten Fahrten auslesen, man sieht den aktuellen und früheren Strom- und Benzinverbrauch. Leider hat das System die Angewohnheit zum Nullpunkt zurück zu gehen wenn das Auto abgestellt ist, so muss man für die EV-Fluss-Anzeige immer wieder mehrere Touchdisplay-Tasten pro Fahrt drücken.

Das Aufladen der leeren Batterien dauert an der Steckdose rund fünf Stunden. An einer Schnellladestation kann man in 30 bis 50 Minuten 80 % der Batterie wieder aufladen. Die Batterien kann man auch während der Fahrt wieder aufladen, das lohnt sich aber nur wenn man vor Umweltzonen sonst anstehen würde und Batteriekapazität benötigt.

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Mein Fazit:
Der Outlander PHEV ist ein perfektes Auto für alle jene, denen Fahrspass in Kombination mit Sparsamkeit und Nutzbarkeit wichtig ist. Natürlich gibt es noch andere Plug-in-Hybrid-Modelle aber keines wartet mit diesem Raumangebot auf. War mir früher die Italianata wichtig, sehe ich heute nicht mehr ein, weshalb mein täglicher Arbeitsweg derart viel CO2-produziert und hohe Benzinkosten verursacht. Deshalb ist der PHEV bei mir auf dem Spitzenplatz meiner Lieblinge gelandet. Ich habe mich kaum davon trennen können und empfehle allen Lesern, damit eine ausgiebige Probefahrt zu unternehmen. Mitsubishi ist mit dem Auto ein tolles Hybridmodell gelungen und ich ziehe meinen Hut vor diesem Gesamtkonzept.

Eine Schwäche am Auto sind die nervigen Piepstöne des Spurhalte- und Kurvenassistenten, diese stehen bei jeder Fahrt automatisch zur Verfügung und müssen jeweils abgestellt werden. Auch die Software vom Zusatzdiesplay arbeitet eher langsam. Mit einem Update verspricht Mitsubishi Besserung und ab Frühling 2015 dürfte das Auto dann nahezu perfekt sein.

Details:
Motor: Vierzylinder-Benzinmotor, Direkteinspritzung, vier Ventile je Zylinder
Hubraum: 1998 Kubikzentimeter
Leistung: 89 kW (121 PS) bei 4600/min, Elektromotor Front/Heck jeweils 60 kW (82 PS), Generator 70 kW (95 PS)
Getriebe: Einganggetriebe, automatischer Kraftschluss
Antrieb: Allradantrieb permanent
Masse: Länge/Breite/Höhe 4,66/1,8/1,68 Meter
Radstand: 2,67, Wendekreis 11,5 Meter
Leergewicht: 1885 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2310, Anhängelast 1500 Kilogramm,
Kofferraumvolumen: 463 bis 1472 Liter
Infotainment: RDS-Radio mit MP3-Funktion und DAB-Empfang, Zusatzanschlüsse AUX, USB und zwei SD-Kartenschächte, Bluetoothkoppelung für Mobiltelefone, Navigation: Kartendarstellung auf acht Zoll grossem Monitor, Soundanlage.
Assistenzsysteme: Berganfahrhilfe, Spurhaltewarnung, Notbremsfunktion, Reifendruckkontrolle, adaptive Geschwindigkeitsbegrenzung und -regelung, Rückfahrkamera.

Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Von 0 auf 100 km/h in 11 s
Verbrauch 1.9 bis 6.0 Liter, Testverbrauch 4.4 Liter bei kalten Aussentemperaturen.
Tankinhalt 45 Liter

Preis: 49’999.- CHF (PHEV Intense); 56’999.- CHF (PHEV Navigator)

Derzeit bietet Mitsubishi einen CO2-Bonus von 2’000.- CHF an. Auch einige Städte und Gemeinden bieten einen CO2-Bonus oder Nachlässe an. Interessant sind auch die steuerlichen Vergünstigungen, da hat der Outlander PHEV grosse Vorzüge.

Die Fotos vom Outlander-Fahrbericht:

https://plus.google.com/photos/108678166096574454776/albums/6083930836508997377

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