Fahrbericht: Porsche Macan Diesel S

Der Porsche Macan ist ein sportlicher Familienporsche mit enorm viel Flair. Als kleiner Bruder des Cayenne trat der Macan von Anfang an mit dem Anspruch an, die Nummer 1 in Stückzahlen zu werden und dieses Ziel hat Porsche mit dem Kompakt SUV in der Schweiz auch klar erreicht. In der aktuellen Verkaufsstatistik 2014 bis Ende November ist der Macan mit 1101 verkauften Autos deutlich vor dem 911er mit 827 Autos. Dass der Macan in der Schweiz besonders gut verkauft wird hat auch mit der Topografie zu tun, denn die Strassenräume sind eher eng und der Preis spielt in unserem Land eine kleinere Rolle als anderswo.

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War der Porsche Cayenne noch eine grosse Überraschung und wurde von vielen als Nicht-Porsche betitelt, ist der Macan gar keine Diskussion mehr. Es braucht im Portfolio der Sportwagenmarke den grossen und den kleinen SUV und deshalb steht dem Macan weiterhin eine grosse Zukunft bevor. Auch deshalb, weil er so gut gelungen ist!

Gebaut wird der Macan in Leipzig und dort laufen auch der Cayenne und der Panamera vom Band.

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Porsche Schweiz hat mir einen Macan Diesel S zur Verfügung gestellt und der ist mehr als berauschend. Der Kompakt-SUV sieht zwar eher geduckt aus, ist es aber keineswegs. Der verfügbare Platz ist grösser als in anderen Kompakt-SUVs, von Kompakt ist nicht viel zu bemerken. Das Zündschloss befindet sich links vom Sportlenkrad, das bringt einem jedes Mal beim Erklettern des Fahrzeuges eine Überraschung weil ich meist den Schlüssel in der rechten Hand halte, wenn ich ins Auto steige. Heutzutage lege ich bei vielen Autos den Schlüssel in die Mittelkonsole oder lasse den in der Tasche, der Porsche ist da alternativ und nicht Key-Less unterwegs. Beim Testwagen muss der Schlüssel ins Zündschloss gesteckt werden und mit dem Dreh nach rechts startet man den Wagen. Bzw. der Wagen startet dann selbst, meist nach einer kurzen Anwärmzeit der Zündung.

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Der erste Eindruck im Innern des Macan ist gigantisch, mit jeder Pore und Kante strahlt der Porsche seine Atmosphäre aus. Man fühlt sich schnell willkommen, kann den Sitz und die Spiegel mit wenigen Handgriffen anpassen und sitzt dann recht gediegen und komfortabel. Gewöhnungsbedürftig ist die schalterlastige Mittelkonsole, die sieht auf den ersten Blick überfrachtet aus. Aber jeder Schalter und jede Taste hat eine wichtige Funktion, da wurde nichts umsonst eingebaut. Einige Schalter gibt es noch an anderen Orten, das ist dann spannend diese zu finden.

Der Macan ist in verschiedenen Motorisierungen zu haben
Die Bandbreite des Porsche Macan reicht von 258 PS aus dem Diesel Motor bis zu 400 PS aus dem 3.6 Liter V6 Turbo-Benziner. Ich durfte den Diesel mit 258 PS fahren und muss begeistert festhalten, dass dieser Porsche genügend Leistung bringt um seinem Namen gerecht zu werden. Spätestens beim Nachtanken stellt man unweigerlich fest, dass die 6.5 Liter Dieselverbrauch doch ein hervorragender Wert sind. Porsche selbst gibt 6.1 Liter als Verbrauch an, da ist er Testverbrauch von 6.5 Liter Diesel ganz nahe dran. Überhaupt ist Diesel im Porsche gar nicht so schlimm wie es die Porscheaner anfänglich behaupteten, als Porsche sich dem Diesel öffnete.

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Der Diesel ist nicht nur im Verbrauch sondern auch in der Leistungsentfaltung eine tolle Sache, die verfügbare Power von 580 Newtonmeter genügt für die meisten Kunden. Ich weiss ehrlicherweise nicht ob es SUV-Fahrer auf die Rennstrecke treibt, ich persönlich finde einen SUV dort nicht am richtigen Ort. Dem Macan traue ich aber auch auf der Rennstrecke einiges zu, der kann sich da behaupten. Der Durchzug ist genial und überraschenderweise ist auch die Strassenlage viel besser als in anderen Autos. Beim schnellen Kurvenfahren überzeugt der Porsche-SUV mit einem Fahrerlebnis und einer Stabilität, die man als Extraklasse bewerten kann. Kürzlich durfte ich den 911 Carrera 4 fahren und der klebt richtiggehend auf den Strassen. Der Macan ist hochbeiniger unterwegs aber nicht so weit weg und das Fahrverhalten in den Kurven ist sehr, sehr gut. Wie auf Schienen zieht der Macan seine Spur und hat dabei auch bei Nässe und wechselnder Last keine Mühe die Spur zu halten. Die Fliehkraft bleibt klein und das Fahrwerk ist sehr vertrauenserweckend. Mit verantwortlich für den guten Halt auf der Strasse ist auch der Allradantrieb und das hohe Gesamtgewicht von 1.9 Tonnen aber der Porsche ist in jeder Situation als solcher erkennbar.

Im direkten Vergleich mit dem Carrera 4-Allradler ist der Macan deutlich weniger hecklastig, auch wenn er ebenso vor allem mit dem Heckantrieb arbeitet. Durch die andere Gewichtsverteilung mit Motor vorne und Heckantrieb nutzt der variable Allrad-Antrieb aber oft auch die vorderen Räder für die Vorwärtsbewegung, so bringt sich der Porsche schneller vorwärts.

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Nachgeschärft werden kann der Macan mit dem Druck auf die „Sport“- bzw. „Sport-Plus“-Taste, aber diese Funktionen habe ich mangels Vergleichbarkeit mit normaler Traktion gar nicht gross getestet. Auch der extra zuschaltbare Offroad-Modus ist von mir nicht getestet worden, mit einem so wertvollen Auto gehe ich nicht ins Gelände.

Auf den Testfahrten vom Porsche-Standort in Rotkreuz in die Ostschweiz und wieder retour hat sich der Porsche Macan von seinen besten Seiten gezeigt. Schon die Fahrt von Rotkreuz über Hirzel nach Rapperswil und Wattwil nach Flawil war ein tolles Erlebnis, nur leider im Dunkeln. Es macht Spaß, den anderen das rundliche Heck zu zeigen. Es beeindruckt mich, dass nichts rutscht, quietscht oder am Lenkrad zerrt. Der Macan zieht seine Bahn wo der Fahrer diese fahren will und er ist sehr präzise zu dosieren. Nach kurzer Eingewöhnung muss man in Kurven nicht mehr korrigieren, der Macan zieht seine Spur und Lastwechsel und schnelle Kurvenhatz sind des Porsches Freude. So geht das, würde Malony sagen.

Der Macan ist eine tolle Erfahrung, das kann ich betonen. Im Gegensatz zu anderen SUVs bietet er deutlich mehr und der deutlich höhere Preis ist in meinen Augen im Fahrzeug verbaut worden. Porsche ist mehr Erlebnis und mehr Sportlichkeit, keine Frage.

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Auf beim Preis ist der Macan eine Überraschung, denn der ist tiefer angesiedelt als man erwartet. Der Macan S und der Macan S Diesel starten bei 76‘100.- Franken, der Macan Turbo ist ab 105‘000.- Franken zu haben. Der Testwagen hatte einiges an Extras an Bord, der kommt auf einen Preis von 104‘800.- CHF.
Mein Fazit: Porsche hat mit dem Macan einen familientauglichen SUV-Sportwagen im Angebot, der Dynamik und Fahrspass auf Asphalt und im Gelände sehr präzise umsetzt. Die Power und Kraftentfaltung entsprechen der Porsche-Philosophie, die Innen- und Aussenraumgestaltung sind mehr als ein tägliches Erlebnis. Der Macan macht Freude, viel Freude.

Die Fotos vom Testdrive: https://plus.google.com/photos/108678166096574454776/albums/6094692698647696257

 


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