Fahrbericht: VW Golf GTE – Plug-in-Hybrid als Sportler

VW ist mit dem Golf in Dutzenden von Varianten immer wieder aufgefallen. Von Sportausführungen bis zum Golf Country war schon fast alles dabei und auch fast jede Technologie wird in das Golf-Angebot aufgenomen. Deshalb hat VW letzten Herbst nach dem rein elektrisch fahrenden e-Golf den GTE vorgestellt, der erste Golf mit Plug-in-Hybrid-Technologie.

VW_GolfGTE_008

 

Die Gossauer GNG hat mir einen Golf GTE zu einem Test zur Verfügung gestellt und ich darf verblüfft erwähnen, dass dieser Golf mich total überrascht.

Der neue Golf GTE fährt sich gut. Dabei ist der erste Plug-in-Hybrid-Golf schon deutlich mehr als nur ein Technologieträger und Versuchsobjekt, das hat VW von Anfang an betont. VW trat mit dem Anspruch an, einen perfekten Golf Hybrid für den Alltag zu realisieren, das ist dem Unternehmen bestens gelungen.

Die Typenbezeichnung GTE steht für Gran Turismo Elektrik und mit Gran Turismo bezeichnet VW die besonders sportlichen Varianten. So zum Beispiel den GTI, eine Zeit lang der sportlichste Golf überhaupt. Beim GTE ist es ein wenig anders. Durch die Elektrifizierung ist der GT-Charakter mit etwas Mehr-Gewicht belastet, das gleicht sich zum Teil aus durch den zusätzlich agierenden Elektro-Antrieb.

VW_GolfGTE_080

Per Knopfdruck kann man die beiden Motoren kombinieren und bekommt dann 204 PS als Gesamtleistung. Ohne das Gewicht der Batterien wäre der Golf ein Tiefflieger. So ist der Sportler auch bei Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit ernst zu nehmen, wird aber etwas eingebremst durch seine 1600 Kilogramm.

Der Golf GTE ist ein Plug-in-Hybrid, der an der Steckdose aufgeladen wird. Nach der Aufladung hat der GTE eine elektrische Reichweite von bis zu 50 km, womit man in sehr weit kommt ohne je Benzin zu verbrauchen. Als bekennender Plug-in-Hybrid-Fahrer war ich sehr gespannt auf die Wirkungsweise des GTE und seine Technologie und ich ziehe meinen Hut vor der installierten Technik.

IMG_6217

VW hat sich beim GTE selbst übertroffen und eine Symbiose zweier Antriebswelten vorgestellt, die es so bislang noch nicht gab in dieser Preisklasse. Der Golf lässt sich seidenweich rein elektrisch bewegen und kann dann mit einem Betrag von weniger als 3 Franken pro 100 Kilometer gefahren werden. Der Golf hat aber auch einen leisen Benziner an Bord mit dem man längere Reichweiten von bis zu 900 km schafft. Der 1.4 Liter Benzinmotor hat eine Leistung von 150 PS bzw. 110 kw, der Elektromotor hat eine Leistung von 102 PS bzw. 75 kw. Zusammen ergibt das die Systemleistung von 204 PS. Laut VW ergibt sich ein Verbrauch von 1.5 Liter Benzin in der Kombination von Elektrik und Benzin-Motor, das darf man in der Regel aber als kaum erzielbar bezeichnen.

VW_GolfGTE_084

Im optimalen Fall hat ein Käufer aber einen Arbeitsweg von täglich 40 km und kann diesen rein elektrisch zurücklegen. Hängt man den Golf dann abends an die Steckdose ist dieser nach 4 bis 5 Stunden wieder voll aufgeladen. So fährt man über weite Strecken rein elektrisch und hat für kalte Tage und auch weite Strecken einen Benzinmotor, der unabhängig von der Steckdose macht. Interessant ist der Plug-in-Antrieb auch für jene die gerne Vollgas geben. In der Kombination der beiden Antriebe resultieren 204 PS, die Dynamik der Motoren ist enorm hoch und der Verbrauch dann sehr tief, da die Stromnutzung Benzin sparend wirkt. So stehen die 204 Pferdchen nicht gleich für einen Verbrauch oberhalb von 10 Litern, sondern es resultiert auch bei sehr sportlicher Fahrweise ein tieferer Benzinverbrauch durch die elektrische Unterstützung. Mit seinen 105 PS rein elektrischer Antrieb ist der GTE aber auch ein Stadt-Auto mit dem man Emissionsfrei unterwegs ist. Man kann den Golf auf reinen E-Antrieb stellen und hat dann Zero Emissionen, was in der einen oder anderen Grossstadt in Europa schon sehr wichtig ist.

Die E-Mobilität muss laut VW drei Ansprüche erfüllen: gut sein für die Umwelt, die Kunden und nicht zuletzt auch für das Unternehmen. Bei VW ist der Golf das erste Modell, das mit diesem neu entwickelten Plug-in-Hybrid-Antrieb ausgerüstet wurde. Bei Audi gibt es den A3 E-Tron mit dieser Technik, im Laufe des Jahres soll der VW Passat mit dieser Technologie auf den Markt gelangen.

VW_GolfGTE_044

Der E-Antrieb im GTE kann bis zu 130 km/h gefahren werden, danach wirkt nur mehr der Benzinmotor. Grundsätzlich fährt sich der Golf GTE wie ein normales Auto, das Umschalten von Benzin- auf Elektromotor oder umgekehrt erfolgt immer automatisch und das bemerkt man kaum. Das Zuatzgewicht von 230 Kilogramm im Vergleich zum GTI ist klar spürbar, die Strassenlage deutlich komfortabler durch das zusätzliche Gewicht. Die Batterie vor der Hinterachse beschert dem GTE eine sehr gute Stabilität und die Kurvenlage ist hervorragend.

Der GTE erhielt ein neues Aussendesign und viele Erkennungsmerkmale im Innern, mit denen der Strom als Antrieb angezeigt wird. Unter anderem gibt es die c-förmigen Tagfahrlichter, blaue Streifen rund um das Auto und auch blaue Lichtbänder im Innern des Fahrzeuges.

Sitzposition, Ausstattung und Antrieb sind technisch hochstehend und hinter dem Lenkrad fühlt man sich schnell wohl. Der Fahrer oder die Fahrerin haben fünf Fahrmodi zur Auswahl. Darunter befindet sich natürlich der GTE-Modus, in dem sich das Auto in 7,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigen lässt. Drückt man die E-Taste, fährt der Golf rein elektrisch bis die Batterie leer ist. Man kann die Batterieladung auch konservieren, wenn man zum Beispiel auf der Autobahn unterwegs ist und später in der Stadt in Umweltzonen fahren will. Man kann die Batterie auch im Auto mit Benzinantrieb laden aber das ist unsinnig, weil damit Benzin verbraucht wird.

VW_GolfGTE_056

In der Schweiz wird der Golf GTE ab sofort ausgeliefert. Der Preis startet bei 46’500.- Franken. Wer mit der Kompaktklasse liebäugelt sollte sich das unbedingt genau überlegen, es lohnt sich etwas mehr zu investieren und danach mehr an der Steckdose als an der Tankstelle nachzutanken. Es lohnt sich nicht nur für die Umwelt sondern auch für das Portemonnaie. Denn es entfallen in den meisten Regionen die Fahrzeugsteuern und es gibt von einigen Gemeinden auch Zuschüsse zur Anschaffung. Natürlich gibt es einen Aufpreis, beim Golf beträgt der rund 13’000.- Franken zu einem gleichwertig ausgestatteten Fahrzeug mit gleicher Motorisierung. Fährt man intensiv mit Strom, kann man das wieder hereinholen in einem Autoleben.

In Gossau stellt die GNG am kommenden Wochenende der Frühlingsshow den Golf GTE in den Mittelpunkt ihrer Neuheiten. Das neue Highlight im Golf-Programm wird der Hit.

Mein Fazit:
Der Golf GTE ist eine Wucht. Die Technik ist sehr gelungen, da haben die Ingenieure von VW einen hervorragenden Job gemacht. Als bekennender Fan von Plug-in-Hybrid-Antrieben durfte ich schon etliche Konzepte testen und ähnlich begeistert hat mich bislang nur jenes im Porsche Cayenne. Das Zusammenspiel von Gaspedal und Motoren in der Kombination von elektrischer Vortrieb und Benzinmotor wurde bestens umgesetzt und begeisternd ist auch die Software, mit der die Funktionen auf dem Display angezeigt werden. Der GTE ist deshalb auf meiner Empfehlungsliste gelandet, der ist im Kompaktwagenbereich eine feine Alternative. Mir selbst ist er leider zu klein, aber ich glaube VW wird auf diesem Weg noch einige Überraschungen bringen.

http://www.gng.ch

Alle Fotos zum Fahrzeugtest mit dem Golf GTE:

https://plus.google.com/photos/108678166096574454776/albums/6128623245719742593

1 Trackback / Pingback

  1. Frühlingsshow bei der GNG in Gossau | autonews.ch

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.