Fahrbericht Alfa Romeo Spider – laut und sportlich

Der Alfa Romeo 4C Spider beweist eindrücklich, dass geringes Gewicht mit hoher Beschleunigung einhergehen kann. Der 4C ist laut, extrem eng und sehr tief gelegt, eine Federung fast nicht vorhanden. Dafür glänzt das Auto mit extremer Strassenlage, extrem schneller Beschleunigung und einer Kurvenstabilität, die ich schon lange nicht mehr fahren durfte.
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940 Kilogramm gibt Alfa Romeo als Leergewicht an. Zähle ich meine 90 Kilogramm und einen vollen Tank hinzu, komme ich auf 1100 Kilogramm und habe damit ein kurzes, leichtes Auto für Strecken, auf denen man räubern kann. Gut gibt es in der Schweiz sehr viele kurvige Bergstrassen auf denen man Spass haben kann. Da kann der 4C dann wirklich zeigen wie man sich von Kurve zu Kurve austoben kann und einzig der Lärm trübt den Fahrspass. Denn eigentlich wäre der Alfa Romeo 4C Spider als Targa ausgeführt und könnte viel Frischluft zulassen, diese Frischluft wird vom Lärm des Fahrzeuges gestört. Denn einmal mehr ist der 4C Spider sogar in der offenen Version sehr laut, der von Alfa Romeo verbaute Sportauspuff ist Zeugnis davon, wie man die Umwelt belästigen kann.
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Bei den Italienern gilt laut immer noch als sportlich, deshalb ist die Nachfrage nach dem Alfa Romeo 4C und dem 4C Spider auch grundsätzlich gering geblieben. Das ist schade, denn der 4C Spider von Alfa Romeo ist ein gelungenes Sportmodell. Der hat alle Attribute für einen Sportwagen, bietet zwei Personen einen Fun wie noch selten und ist zum Fahren eine Wucht. Leider lärmt das Auto derart laut, dass nur gerade Autofreaks und die Dorfjugend davon begeistert werden kann.Alfa4CSpider017

Mit dem Lärm werden Grenzwerte überschritten und es geht nicht einfach drum wie geil das ist, wenn der Alfa Romeo losbrettert. Die Dezibel-Grenzen sind heute auch ein Unding wo man bei Verkehrskontrollen dann nachweisen muss, dass alles regelkonform ist. Einen etwas besseren Schalldämpfer einzubauen hätte dem Auto keinesfalls geschadet, entspricht aber nicht der Sportauto-Philosophie von Alfa Romeo. Dort will man Maserati übertrumpfen und das ist bei vielen Eckwerten auch gelungen.Alfa4CSpider034

Allen anderen Eigenschaften des 4C Spiders zolle ich grosses Lob. Auf meiner Hausstrecke konnte er sogar die Kurvenlage des Ferrari California toppen und diesem einiges abnehmen. Der 4C Spider hat mir denn auch mehr Freude bereitet als der California. Um das Gewicht tief zu halten, setzen die Italiener Karbon ein und haben beim Monocoque alleine schon mehrere hundert Kilogramm eingespart. Damit kommt der Alfa Romeo zwar dann deutlich magerer ausgestattet zu den Kunden, statt einem Türgriff gibt es Laschen und ein echtes Radio oder ein Soundsystem gibt es nicht, das ist aber auch nicht nötig. Der Kofferraum ist nicht wirklich für Gepäck gedacht, aber immerhin kann man das Stoffverdeck eingerollt dort drinnen versorgen. 110 Liter fasst das Abteil insgesamt und davon belegt das Dach dann mindestens die Hälfte, wenn man offen fahren will.Alfa4CSpider033

Der Fun-Faktor ist hoch, auf kurvigen Bergstrassen liegt der 4C Spider wie ein Go-Kart auf der Strasse. Die Querbeschleunigung erreicht durchaus auch mehr als 1G und damit kommt der Fahrer dann auch an seine Grenzen. Eine Servolenkung gibt es nicht, wenn man losfahren will muss man mit viel Kraft einlenken und gleichzeitig Gas geben. Die fehlende Servolenkung macht das Auto noch leichter, so fegt man mit dem Alfa um jede Kurve herum. Dabei dosiert der Alfa Romeo seine Kraft sehr gezielt in den Vortrieb. Wenn es nicht gerade Schnee hat oder nasse Strassen, kommt man extrem schnell vorwärts.
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Für den Alltag ist der 4C Spider eher nicht geeignet, er ist und bleibt ein Zweitauto. Am Wochenende eine Ausfahrt machen und zwei oder drei Pässe nehmen kann der Alfa gut, an jedem Tag im Stau stehen möchte man mit dem Spider eher nicht. Der Preis liegt bei 81’000 Franken und damit ist der Alfa Romeo eher hochpreisig unterwegs. Mit Racing-Pack, Sportsitzen und Sportreifen kommt er dann schnell auf fast 100‘000 Franken. Das ist viel Geld für ein unpraktisches Auto.
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Mein Fazit: Als der 4C vorgestellt wurde, wäre ich als grosser Alfa Romeo Fan fast schwach geworden. Der 4C ist eine vielversprechende Sportmaschine und die Eckwerte haben mich schon vor der Lancierung begeistert. Der 4C wurde dann aber „only“ mit den Bleistift-Lichtschalen angeboten, da hörte mein Interesse an einem Kauf schlagartig auf. Es dauerte nun sehr lange bis ich das Auto fahren durfte und es war einem Zufall zu verdanken. Nicht das ich nicht gefragt habe, zehn Anfragen habe ich gestellt. Beim 4C Spider werde ich nicht schwach, die hohe Sportlichkeit und das offene Fahren begeistern mich zwar, aber der Lärm ist mir zuviel des Guten. Wenn ich mir nun vorstelle, der 4c würde mit 200 PS aus einem Elektromotor und 250 km Reichweite angeboten, dann wäre ich dabei, aber sowas von dabei.

Der Alfa Romeo 4C Spider:
Motor: 1,8-Liter-Vierzylinder (240 PS, 350 Nm bei 2200-4250 u/min)
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 4,5 Sekunden, Spitze 257 km/h
Normverbrauch: 6,8 Liter auf 100 km
Basisversion: Alfa Romeo 4C Spider ab 81’000 Franken

Die Fotos auf Google+: https://plus.google.com/photos/108678166096574454776/albums/6399128788975232353


Ein Kommentar

  1. Zum Glück besitze und fahre ich den 4C Spider und 4C Coupe! Ich bin jeden Tag froh zu fahren und beide zu besitzen – bin froh, dass hier kein elektroscheiss eingebaut wurde, sondern auf das leichte, puristisch, Kompromisslose gesetzt wurde!

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