Fahrbericht: Opel Ampera-e – Gut für mehr als 660 Kilometer! – Update!

Der Opel Ampera-e begleitete mich auf der WAVE als Auto des Tour Managers einmal rund um die Schweiz. Ich durfte mit dem neuen Opel mehr als 3000 Kilometer zurück legen und kann wirklich behaupten, dass ich den Opel kennen- und schätzen gelernt habe. Je mehr Kilometer ich zurück legte, um so besser konnte ich die Gasannahme dosieren und am letzten Tag einen neuen Reichweiten-Höhepunkt realisieren. Zugegeben, die Reichweite von 660 Kilometer habe ich nicht ganz zu Ende gefahren, die Zeit reichte nicht. Doch ich fuhr 352 Kilometer weit mit einem Energieverbrauch von 32 kWh und damit wäre das Gesamtergebnis dann mit insgesamt 60 kWh ein Range von satten 660 Kilometern.

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Weshalb Opel nun behauptet, dass der Ampera 520 Kilometer weit kommt, ist mir ein Rätsel. Ich habe zweimal einen Tag auf der Autobahn verbracht und einen Range von 440 Kilometern mit durchschnittlich 122 Kilometer pro Stunde erzielt, da kommt Freude auf.

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Ich glaube auch nicht das meine Reichweitenfahrt von 660 Kilometern das Ende der Fahnenstange ist, ich glaube eher da liegen 700 Kilometer drin, wenn die Strecke stimmt. Denn ich habe einige Male etwas Gas gegeben wenn ich ein Verkehrshindernis war. Auf die Autobahn kann man dann nicht, das ist klar. Aber mit Tempo 60 km/h kommt man meiner Meinung nach so weit, das ist ein Klacks.

Die Fahrt an sich ist wenig spektakulär, der Opel fährt einfach. Gedanken muss man sich da keine machen, auch auf der WAVE war der Opel immer im grünen Bereich, was die Rest-Reichweite betrifft.

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Der einzige Wehmutstrophen ist die Aufladung, der Opel lädt mit AC nur mit 3.6kW / 16A / einphasig, maximal 3.6 Ampére, (Korrigiert nach Hinweis eines Lesers.) das ist für eine so grosse Batterie etwas mager. So braucht das Auto deutlich mehr als 24 Stunden um die Batterie wieder voll zu füllen, das ist ein Missverhältnis zur Reichweite des Fahrzeuges. Wer das Auto kauft, tut also gut daran sich mit den Schnellladern der Region anzufreunden, die normale Haushaltsteckdose bringt es nicht. Ich bin immer wieder beim Heimfahren schnell an den Schnelllader im Dorf, der gibt Gratis Strom ab im Moment und dort konnte ich mit CCS-Ladung 80 Prozent der Batterie dann jeweils in zwei Stunden füllen. Anschliessend steckte ich das Auto über Nacht zu Hause ein und hatte dann am Morgen jeweils geladen.

Opel empfiehlt allen Kunden nun den Einsatz einer privaten Ladestation zu Hause, so ist garantiert, dass der Opel die Höchstleistung an Strom bekommt, die im Haus verfügbar ist. Eine solche Wandlade-Station zu Hause kostet etwa 700.- CHF und das lohnt sich gewiss. Laternenparker haben hier das Nachsehen, zumindest in den nächsten Monaten. Opel arbeitet daran, dem Ampera-e einen internen Lader einzubauen. Ein solcher ist in der Lage mit 22 KW zu laden und entsprechend mehr Strom aufzunehmen. Dann wäre der Ampera-e auch zu Hause jeweils in wenigen Stunden gefüllt, das ist wichtig, wenn man viel unterwegs ist.

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Otto-Normalverbraucher hingegen bekommt mit dem Opel ein Fahrzeug, das er nur unregelmässig an die Steckdose nehmen muss. 380 Kilometer gibt das Fahrzeug als mittlere Reichweite an, wenn man es vollgeladen von der Steckdose nimmt. Das reicht bei den meisten Kunden für zwei Wochen und deshalb muss der Ampera-e gar nicht jede Nacht an die Steckdose.

Unschlagbar ist der Ampera-e beim One-Pedal-Driving und dem Rekuperations-System. Der Opel Ampera-e kann mit einem einzigen Pedal gefahren werden. Neben dem Modus Drive „D“ hat der Opel einen Modus „L“ und in diesem Modus wird jedes anheben des Gaspedals in einen Verzögerungsvorgang umgewandelt. Im L-Modus wird das Schleppmoment so erhöht, dass eigentlich nicht mehr gebremst werden muss. Gerade im dichten Stadtverkehr macht das durchaus Sinn, erfordert aber sehr viel Übung. Ebenso interessant ist die Verzögerung mit dem Lenkrad-Schalter. Es hat links am Lenker einen Hebel, den man an das Lenkrad ziehen kann und der Schleppmodus steigt von 0 bis auf 40 Kw an. Damit steigert man dann die Reichweite enorm und kann das Auto bis zum Stillstand runterbremsen, ohne das Bremspedal zu drücken. Das Fahren nur mit dem Strompedal und der Verzögerung durch die Energierückgewinnung ist schnell erlernt und damit steigert sich die Reichweite des Ampera-e in hohe Ebenen.

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Mein Fazit:
Der Opel Ampera-e ist das beste Elektroauto, das ich in den letzten Jahren testen durfte. Nicht ganz perfekt in der Aufladung kann man das Auto im Stadtverkehr mit zurückhaltender Fahrweise unter 10 kWh Verbrauch bewegen. Das ist ein faszinierender Wert, der das Auto für 600 Kilometer fit macht. Das ist auch für jene „Pfennigfuchser“ interessant, die ein Auto gerne unterhalb von 2.- CHF je 100 Kilometer bewegen wollen. Der Preis von ungefähr 41’900.- CHF ist ebenfalls in Ordnung, wenn man das Fahrzeug mit den direkten Konkurrenten vergleicht.

Leider setzt Opel beim Navi auf Apple Carplay oder Android Auto und die beiden Systeme haben in den Bergen der Schweiz ihre Untauglichkeit bewiesen. Ich musste oft umkehren weil das Navi nach dem Kreisel meldete, dass ich eine andere Ausfahrt nehmen hätte solen, das ist tragisch. Android Auto hat dann noch ein klein wenig besser gearbeitet als Apple Car Play, aber auch dieses Navi hat einige Macken.


2 Kommentare

  1. Besten Dank für die ausführliche Beschreibung. Fahre noch einen Chevi Volt und brauche auch unter 10kWh ohne Autobahn, leider ein kleiner Akku, reicht aber im Normalfall für rund 100km. wo gibt es den Ampera-e zum probefahren Raum Bern? Werde vermutlich nächstes Jahr an der Wave mitmachen, jedoch mit dem Stöckli et2 Reichweite im flachen Terrain und mittlerem Akku rund 100-120 km.weiterhin viel Erfolg mit der Wave, ich kann das als Solarfan nur unterstützen.Ganze Liegenschaft auf Solarenergie ausgerichtet und somit meistens Sonne im Tank.

  2. Der Ampera-E kann einphasig mit max. 7,2kW (32A) laden. Steht so auch im Ampera-E Prospekt. Lediglich an privater Infratstruktur darf in Deutschland teilweise nur noch mit max. 4.6kW (20A) einphasig geladen werden.

    Den 22kW Lader wird der Ampera-E nie bekommen, denn erstens wir der zumindest in Deutschland eh schon limitierte Verkauf des Ampera-E in Kürze wegen der Übernahme von Opel durch PSA eingestellt (PSA entwickelt ihre eigene E-Plattform), und da der Ampera-E vom GM Bolt abstammt, in den USA nur die Einphasenladung existiert, wird GM keinen Dreiphasenlader für den Ampera-E und den europäischen Markt entwickeln 🙁

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