Artega in Deutschland baut mit Karolino einen Microlino-Zwilling

Vor kurzem hat Microlino darüber informiert, dass es durch die Übernahme der Microlino-Fertigung in Italien nach Deutschland Qualitätsprobleme gibt und noch nicht sicher ist, wo die Microlino gebaut werden und von wem. Die Firma Artega hatte den italienischen Auftragsfertiger TMI von Tazzari gekauft und dadurch die Produktionsrechte des Microlino erworben, der von der Micro Mobility AG aus der Schweiz seit einigen Jahren entwickelt wird. Im Mai sollten erste Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert werden, das hat sich schnell als unmachbar erwiesen. Die beiden Unternehmen gerieten schnell in Streit, weil Artega auch Autos auf eigene Rechnung fertigen wollte.

Die seit Jahren umstrittende Artega hat nun eine Kopie des Microlino vorgestellt und diese Karolino genannt. Das Fahrzeug sieht aus wie ein Microlino und ist auch ein Microlino, es stellt sich also die Frage was diese Kopie eigentlich sein soll. Premiere soll angeblich auf der IAA sein und das Schwestermodell vom Microlino soll ab Oktober verkauft werden. Ebenfalls auf der IAA 2019 will Artega einen fahrbaren Prototyp des neuen Elektrosportwagens Scalo von Artega vorstellen, der Scalo soll eine Nachbildung des Artega GT sein. Der wurde 2012 gebaut und mit VW-Motoren etwa 200 mal auf den Markt gebracht bevor man Konkurs anmelden musste. Im Scalo sollen zwei Elektromotoren die Hinterachse antreiben, die Reichweite soll rund 400 Km betragen und die Leistung bei 300 KW liegen.

Artega behauptet nun, man habe den Microlino in vielen Dutzend Punkten verbessert und bleibe exclusiver Hersteller des Microlino für Europa, das würde aber nicht damit aufgehen, was die Schweizer Micro Mobility AG erzählt. Dort sucht man nach einem neuen Partner für die Herstellung weil das Kopie-Spiel von Artega des Guten zu viel war.

Der Microlino wird damit noch länger nicht auf den Markt kommen und ob die Karolino auf den Markt gelangt, wird man erst noch sehen.

Ein Streitpunkt ist unter anderem die Qualität von Artega und wer weiss, welche Leistungen das Unternehmen in der Vergangenheit erbracht hat, wundert sich schon über die Selbstdarstellung. Von den Artega GT die im Jahr 2012 gebaut wurden sind nur noch wenige auf der Strasse zu finden, die meisten Besitzer haben ihre Fahrzeuge still gelegt.

Von der Firma Micro Mobility hört man, dass Artega sich von Anfang an weit aus dem Fenster lehnte und kein einziger Ansprechpartner aus der TMI von Artega übernommen wurde und somit nur eine leere Firmenhülse und einige Prototypen in den Besitz von Artega gingen. Das Gebahren sofort eine eigene Version zu entwickeln ohne die Microlino-Struktur zu bewahren darf man getrost als Farce bezeichnen, kein Gericht wird zulassen das die Karolino auf die Strasse gelangt. Sofern die Karolino doch in den Verkehr kommt, sollten Kunden auf jeden Fall warten, ob Artega auch überlebt.

Und man wird wohl noch länger miteinander streiten in Dellbrück und Thalwil, denn Artega besteht darauf, dass offene Rechnungen aufgrund der Weiterentwicklung des Microlino bestehen und Microlino sagt, dass man das so nicht in Auftrag gegeben hat. Spannend ist, dass Artega meint, es sei vertraglich möglich, eine Kopie des Autos zu bauen. Das ist mehr als verwerflich.

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