Formel E-Veranstalter ist in Bern im Zahlungsverzug

Vier Monate nach dem Formel-E-Rennen in Bern haben sich erste Unternehmen aus der Schweiz darüber beklagt, dass die Veranstalterin in finanzieller Schieflage ist und ihren Forderungen nicht nachkommt. Die Swiss E-Prix Operations AG bestätigte am letzten Mittwoch gegenüber der Handelszeitung, dass man in Zahlugnsverzug ist. Aktuell ist ein mittlerer sechsstelliger Betrag offen, der aufgrund der aktuellen Liquiditätslage noch nicht vollständig beglichen werden kann.

Die Stadt Bern ist von den Ausständen nicht betroffen, diese hat Kosten von 646’062 Franken geltend gemacht und wird das Geld erhalten, notfalls über eine Bankgarantier der Bank Julius Bär in Höhe von 900’000 Franken. Diese Bankgarantie musste der Veranstalter beibringen um überhaupt das Rennen durchführen zu dürfen.

Als Grund für die finanzielle Schieflage nennen die Formel-E-Organisatoren Kostenüberschreitungen durch die Vandalenakte einer Velo-Demo am Tag vor dem Rennen. Die Vandalen hatten Schäden von 400’000 Franken angerichtet, hiess es schon im Abschlussbericht des Rennens, wo man aber guten Mutes war, das man mit positiven Zahlen abschliessen wird.

Das Rennen vom 22. Juni hatte in der Bundesstadt Bern gemischte Reaktionen hervor gebracht, vor allem Quartierbewohner die eingesperrt und ausgesperrt wurden hatten heftig reklamiert. Bei der Velo-Demo unmittelbar vor dem Rennwochenende hatten Vandalen dann Sponsorenbanner weggerissen und angeblich auch Fernseh- und Stromkabel durchschnitten, wodurch Schaden entstanden ist. Von den Demonstranten war immer bezweifelt worden, dass es überhaupt einen grösseren Schaden gab, der von der Demo kam, denn diese wurde durch Polizei und Security überwacht. In diesem Zusammenhang hat die Formel-E-Veranstalterin in Bern aber Anzeige erstattet und die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Klar scheint zumindest, auch das zweite Formel-E-Rennen in der Schweiz kann nicht positiv abgeschlossen werden und ob es je wieder ein Rennen gibt, steht in den Sternen. Angeblich plant man von der Swiss E-Prix Operations AG aus ein Rennen im Jahr 2022, das aber unter vollkommen neuen Voraussetzungen. Künftig will man die Kostenbeteiligung durch den Kanton und die Stadt oder Region anstreben, diese Konzeptänderung wird die Bevölkerung aber kaum mittragen.

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