VW-Betriebsrat will Werkbau in der Türkei notfalls blockieren

In Deutschland sprechen die Arbeitervertretungen in vielen Bereichen ein wichtiges Word mit, unter anderem auch bei Entscheidungen für Stellenabbau und -Verlagerungen oder neue Werke im Ausland. Der VW-Betriebsrat will nun den Werkbau in der Türkei notfalls blockieren, falls die VW-Spitze den derzeit ausgesetzten Aufbau einer neuen VW-Niederlassung in der Türkei wieder angehen will.

VW hatte vor wenigen Monaten entschieden, in der Türkei ein neues VW-Werk aufzubauen. Durch den kürzlich angezettelten Krieg gegen die Kurdenmiliz YPG im Norden beziehungsweise Nordosten Syriens hat der Volkswagen-Vorstand nun entschieden, den Aufbau des Werkes vorerst auszusetzen. Der Betriebsrat hat nun angekündigt, den geplanten Bau des neuen Mehrmarkenwerkes in der Türkei zu blockieren, falls der VW-Vorstand mit dem Werk weiter macht.

Laut einem Artikel von Bloomberg will der Betriebsrat unter Bernd Osterloh das Investment in der Türkei solange verhindern, solange die Türkei versuche, ihre politischen Interessen mit Krieg und Gewalt zu erreichen.

VW hat die endgültige Entscheidung über den Standort seines neuen Werkes im Oktober wegen des Krieges in Syrien verschoben. Zuvor hatten viele Länder in der Region um den Standort gebuhlt, die Entscheidung fiel aber zu Gunsten von Manisa in der Türkei. VW plant rund 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro zu investieren, eine weitere Milliarde soll von Zulieferern kommen. Rund 4000 Arbeitsplätze sollen aufgebaut werden.

Den Arbeitnehmervertretern gehört die Hälfte der Sitze im VW-Aufsichtsrat, wodurch sie strittige Entscheide beeinflussen und manches Mal auch verhindern können.

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