Auto-Onlineshops mit unwahren Angaben

Der Onlineverkauf und der Platz vor der Garage ist derzeit der einzige Weg, wie Garagisten in der Schweiz ihre Autos anpreisen können. Kunden dürfen nicht in die Verkaufsräume gelangen und die Verkäufer arbeiten meist vom Homeoffice aus.
Wenn man die Onlineangebote aber wirklich betrachtet, erkennt man noch einiges an Nachholbedarf. Schon in der Vergangenheit hat sich die Autobranche in Sachen Wahrheitsgehalt und inhaltliche Angaben zu den Fahrzeugen nicht immer bestens präsentiert, derzeit sieht es nun noch schlechter aus.

Mit ein Grund sind die Umstellungen von NEFZ auf WLTP, deren Umrechnung zum Teil vollkommen untergegangen ist. Seit 1.1. gilt grundsätzlich, dass die Angaben mit WLTP-Werten erfolgen müssen, eine Bezugnahme auf alte NEFZ-Werte ist möglich, muss aber ausgewiesen werden.

Regelmässig findet man unwahre Angaben in Sachen Verbrauch und muss die Frage stellen, ob denn überhaupt jemand die Angaben kontrolliert. Wenn im Autoscout ein Zufallsbeispiel „VW Arteon“ aus dem Jahr 2017 mit seinem 2.0 TSI-Motor 190 PS hat und nach neuer Energieetikette 2020 angeblich nur 5.8 Liter Verbrauch aufweist und Energieffizienz E auflistet, kann man nach dem Quervergleich mit den VW-Angaben auf der Webseite nur noch den Kopf schütteln. Der neue Arteon ist teurer, ist in der Energieeffizienz auf D und hat 7.4 Liter Durchschnittsverbrauch. Die CO2-Emissionen beim Neuwagen liegen bei 167 g/km (VW-Wert) und die CO2-Emissionen bei der Occasion aus dem Jahr 2017 liegen bei 135 g/km (Garagist). Da beide Autos den gleichen Motor und die gleiche Getriebevariante haben und auch die gleiche Energieetikette hinterlegt ist, wird der Kunde hier einfach nur hinters Licht geführt.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.